Trinkwasser abkochen war Anfang Juli in den beiden Gemeinden Lostorf und Obergösgen angesagt. Mittels Flugblättern und Lautsprecher wurden die Einwohner auf das eventuell verseuchte Trinkwasser hingewiesen. Ausgelöst wurde der Alarm, weil die Kläranlage Winznau wegen einer Panne dreckiges Wasser in die Aare ableitete.

Ein Becken in Revision

Nun ist klar warum. Wie ein interner Untersuchungsbericht zeigt, ist eine defekte Pumpe «mit hoher Wahrscheinlichkeit» Schuld an der Störung. Die Pumpe sollte eigentlich Biomasse ins sogenannte Belebungs-Becken pumpen. Weil sie aber überfordert war - sie musste die doppelte Menge Biomasse zurück pumpen, da ein Becken zur Revision ausser Betrieb gesetzt war - funktionierte sie nicht.

Als Folge verschwand die ganze Biomasse aus dem zu reinigendem Wasser. Es wurde ungereinigt in den Fluss abgelassen. Da sich nahe der Kläranlage eine Grundwasserfassung befindet, wurde befürchtet, das das Trinkwasser verschmutzt wurde.

Die Vermutung bewahrheitete sich glücklicherweise nicht. Am 6.Juli kam die Entwarnung: Alle durchgeführten Tests zeigten, dass das Wasser nicht durch Bakterien verseucht war.

Alarm eingebaut

Die im Bericht aufgezeigten Mängel wurden inzwischen grösstenteils behoben. Zu einer erneuten Überlastung sollte es nicht mehr kommen, da nicht mehr einzelne Becken für die Revision ausser Betrieb gesetzt werden. Desweiteren wurde ein Alarm eingebaut, der los geht, wenn zu wenig Biomasse vorhanden ist. (ldu)