Olten
Das Wertpapiermuseum erstrahlt in einem neuen Kleid

Zum 10-Jahr-Jubiläum wartet die Wertpapierwelt in Olten mit einem neuen Ausstellungskonzept auf, am Donnerstag ging die Vernissage über die Bühne. Neu präsentieren sich 140 Wertpapiere auf 300 Quadratmetern.

Adriana Gubler
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Kuratorin Dagmar Schönig führte durch die neu konzipierte Ausstellung der Wertpapierwelt.

Kuratorin Dagmar Schönig führte durch die neu konzipierte Ausstellung der Wertpapierwelt.

Bruno Kissling

«In einer Zeit des Sparens und Kostendrucks ist es nicht selbstverständlich, dass eine solche Ausstellung weiterlebt und weiterentwickelt wird», sagte Thomas Zeeb, CEO Six Securities Services, am Donnerstag an der Vernissage der 10-Jahr-Jubiläumsausstellung im Wertpapiermuseum in Olten.

Zu diesem Ereignis präsentieren sich die Räumlichkeiten des Museums in einem neuen Kleid und mit einem neuen Ausstellungskonzept. Den Besuchern bietet sich nun eine zweiteilige Dauerausstellung, dazu knüpft eine wechselnde Sonderausstellung an gesellschaftspolitische Themen an. 140 ausgewählte Wertpapiere sind auf 300 Quadratmetern ausgestellt.

«Für viele ist das Aktiengeschäft ein Buch mit sieben Siegeln», machte Zeeb in seiner Ansprache deutlich. «Wie funktionieren Finanzinstrumente? Was ist überhaupt ein Grundkapital? – diesen Fragen haben wir uns angenommen und liefern im einen Teil der Ausstellung die Antworten dazu.» Dieser Teil ist räumlich abgetrennt vom Rest und überrascht mit seiner Börsenatmosphäre, die dem ehemaligen Ringhandel nachempfunden ist. Zudem gibt es in diesem Teil der Ausstellung kleine Nischen, die etwa mit Filmbeiträgen spezifischen Themen des Aktiengeschäfts auf den Grund gehen.

Im anderen Teil der Dauerausstellung steht unter dem Motto «Wie die Aktie die Welt veränderte» die Geschichte des Kapitalismus im Fokus. «Hier haben wir ein ganz besonderes Juwel», sagt Kuratorin Dagmar Schönig und zeigt auf ein ausgestelltes Wertpapier der ersten Aktiengesellschaft Vereenigde Oostindische Compagnie (VOC) aus dem Jahr 1623. «Es macht mich stolz, dass wir dieses Stück in unserer Sammlung haben.»

Zudem findet sich in der Ausstellung zur Geschichte des Kapitalismus eine Originalauseite aus dem Nachrichtenblatt «Altonaischer Mercurius», in dem jeweils eine ganze Seite über Geld- und Wechselkurse publiziert wurde. «Dieses Stück zeigt auf, dass sich im 18. Jahrhundert die Investoren bereits die notwendigen Kursinformationen aus der Presse holten», so Schönig. Aber auch ein Wertpapier der Firma Escher Wyss & Cie. aus der Schweiz findet sich in diesem Teil der Ausstellung. «Hans Caspar Escher und Salomon von Wyss gründeten 1805 eine mechanische Spinnerei – daraus entstand die zweite Aktiengesellschaft des Landes», erzählt Kuratorin Schönig, die zu jedem Stück Hintergrundinformationen und Anekdoten aus dem Effeff liefern kann. Mit grosser Begeisterung präsentiert Schönig auch ein Wertpapier der Standard Oil Company des US-amerikanischen Unternehmers John D. Rockefeller und anderen namhaften und historisch bedeutenden Firmen. Die Wertpapiere geben so einen spannenden Einblick in die Weltgeschichte.

Die erste der dauerhaft eingeplanten Sonderausstellungen nimmt sich der vernetzten Wirtschaftswelt an. In diesem Teil finden sich unter anderem Wertpapiere von «The Dumont Coffee Company», «Levi Strauss & Co.», «Coca Cola» oder etwa «Nokia».

Mit diesen drei neu konzipierten Ausstellungsteilen hat sich das Wertpapiermuseum zu seinem 10-Jahr-Jubiläum weiterentwickeln können. In der vergangenen Dekade konnte auch die Sammlung erweitert werden. «2003 hatten wir knapp 7000 Stücke in unserer Sammlung. Nun sinds über 10 000», sagt Schönig. «Einerseits haben wir eine Schenkung bekommen, andererseits haben wir aber auch an Auktionen Wertpapiere ersteigern können.» Sie fügt an: «Wir sind weiter bestrebt, unsere Sammlung mit interessanten Stücken zu bereichern.»