Olten

Das Talent in die Waagschale geworfen

Den Talenten des Berufsbildungszentrums Olten gehörte an diesem Abend die Bühne. Insgesamt wurden 21 Arbeiten ausgestellt und präsentiert.

Den Talenten des Berufsbildungszentrums Olten gehörte an diesem Abend die Bühne. Insgesamt wurden 21 Arbeiten ausgestellt und präsentiert.

Am Berufsbildungszentrum wurden die besten Abschlussarbeiten des Jahres gewürdigt. Von einer App bis zum Thema Schokolade wurden die unterschiedlichsten Arbeiten präsentiert.

Im Rahmen des Anlasses «talents@bbzolten» an der BBZ Olten durften die Anwesenden zu allererst ihre eigene Stimme zugunsten einer Arbeit über eine Website abgeben: Der Publikumspreis für die beste Arbeit in der Ausstellung ging dabei an Kai Leisi und Lino Schmidt. Sie hatten mit ihrer App «Out of Habit» einen deutlichen Sieg davongetragen.

Sandro Stücheli, Berufsfachschullehrer, konnte seine Moderation also mit dem ersten Höhepunkt beginnen, denn ein solcher Anlass wäre ohne die Lehrbetriebe, Eltern oder Lehrpersonen nicht möglich. Diese bieten ein Umfeld, das zur Entfaltung der Talente einlädt, damit die Lernenden über den eigenen Tellerrand blicken können.

Erster Jury-Preis für Schokolade

Der erste Jury-Preis des Abends ging dann an die eidgenössische Berufsattest-Vertiefungsarbeit zum Thema «Schokolade». Die Autoren, die beiden Logistiker Hadursan Selvanayagam und Ivano Viteritti, konnten mit ihrem wortwörtlich exzellenten Produkt auf der ganzen Linie überzeugen. Von ihrem Projekt war am Ende aber nicht mehr viel zu sehen, die Schokolade wurde nämlich gänzlich aufgegessen.

Im Zentrum standen nun drei Präsentationen, die das ganze thematische Spektrum der Arbeiten abdeckten. Zuerst beeindruckten Wintana Arefayne, Selma Estermann und Luisa Müller das Publikum mit ihrem Schauspiel, in welchem sie den Ablauf der Schlachtung eines Huhnes nachspielten. Im Nachgang reflektierten sie ihre Gedanken eingehend. Wer Fleisch esse, müsse ein Tier töten können: Das war die These, mit welcher sich die drei Lernenden Fachangestellten Gesundheit auseinandergesetzt hatten. Im Selbstversuch widerlegten sie ihre These aus unterschiedlichen Gründen, das Bewusstsein für den Konsum wurde aber ganz klar gestärkt.

Wintersport in der Schweiz, eine Selbstverständlichkeit, denkt man spontan, doch wie kann dem Volkssport unter die Arme gegriffen werden? Dieser komplexen Fragen nahmen sich die beiden Kaufleute Nick Arber und Jonas Berger an. Mit einem ökonomischen Blick hinterfragten sie die Preispolitik der Alpenländer und bezogen den Klimawandel in ihre Selbstständige Arbeit mit ein. Ihre Lösungsansätze könnten zur Entspannung der immer schwieriger werdenden finanziellen Lage besonders der kleineren Skigebiete beitragen.

«Ein E-Bike ist teuer – Das Leben ist unbezahlbar!» Mit diesem Präventionsslogan beendeten Patrick Eggenschwiler, Marvin Säuberli und Dominik Wittwer ihre Ausführungen zur Thematik der hochmotorisierten E-Bikes. In ihrer interdisziplinären Projektarbeit gingen die drei technischen Berufsmaturanden der Frage nach, ob die theoretisch errechneten Bremswege für E-Bikes stimmen. Im Selbstversuch konnten diese zwar bestätigt werden, doch bleibe die grosse Gefahr im Strassenverkehr, wie dies die Unfallzahlen in der Statistik zeigten. So resultierte aus der Arbeit eine Präventionswebseite, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen.

Preisgekröntes Intermezzo

Die musikalische Unterbrechung des Abends wurde von Lena Gardi (Gesang) und Samantha Perri (Klavier) beigesteuert, die mit ihrer Interpretation von «Ensemble» den «Concours de la Chansons» für sich entscheiden konnten. Der Liedtext von Célina Ramsauer wurde von Pauline Kamakine und den Lernenden interpretiert und Mitte März erfolgreich in Bern uraufgeführt. Auch beim Apéro nach der Preisverleihung wurde der Bluesrock live von zwei Lernenden vorgetragen, die ihr musikalisches Talent mit in den Abend haben einfliessen lassen. Ein stimmungsvoller Rahmen für die Auszeichnung der Besten des Jahrgangs.

Georg Berger, Direktor BBZ Olten, betonte am Anfang des Abends in seiner Begrüssung, dass es ein Privileg sei, hier in der Schweiz geboren zu sein. Begabung und Fleiss reichten leider nicht in allen Ländern, um Erfolg zu haben. Die duale Bildung und die mit ihr verbundene tiefe (Jugend)-Arbeitslosigkeit ermöglichen es, dass in der Schweiz Talente einen Arbeitsmarkt vorfänden, der diesen grosse Chancen biete. Die prämierten Arbeiten nähmen nun ihren Weg zuerst zum Rotary Club Olten, der grosszügige Preise offeriert und danach vielleicht gar bis zum Wettbewerb von Schweizer Jugend forscht.

Viele der anwesenden Talente steckten mitten in der Prüfungsphase, einige von ihnen seien sogar am anderen Tag wieder im Einsatz. Auf solch engagierte Lernende könne die Schule besonders stolz sein, wie Sandro Stücheli in seinem Schlusswort festhielt.

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