Olten

Das Sprungbecken des Strandbades soll saniert werden — das Gemeindeparlament heisst einen Kredit gut

Bruno Kissling

Die Sanierungsarbeiten am Sprungbecken beginnen im kommenden Jahr.

Bruno Kissling

Das Gemeindeparlament Olten heisst einen Kredit über 3,75 Mio. Franken für Sprungbecken und weitere technische Erneuerungen gut.

Das Strandbad Olten lässt auch in naher Zukunft städtische Gelder sprudeln, wenn auch nicht nach innen, so doch nach aussen. In der gestrigen Parlamentssitzung behandelte das Parlament einen Kredit über 3,75 Mio. Franken für die Sanierung des Sprungbeckens, dessen Wände mit Edelstahl ausgekleidet werden sollen; so wie dies in den Jahren 2018/2019 beim 25-m-Schwimmbecken geschehen ist.

Ferner galt der Kredit für die Erneuerung der Badwasseraufbereitung und anderer technischer Anlageteile. Bereits in den Jahren 2024/2025 geht’s um die Sanierung des Garderobengebäudes (4,8 Mio. Franken) und zwei, drei Jahre später um die Sanierung Nichtschwimmerbecken, Rutschbahnen sowie Kinderplanschbecken (3,5 Mio. Franken).

Kostenperspektive schreckte die Bürgerlichen

Nun, solcherlei Aussichten schreckten einen Teil des Parlaments doch zünftig. Die Stimmen aus den bürgerlichen Fraktionen hiessen das Projekt im Grundsatz zwar gut, aber stellten gleichzeitig auch die Killerfrage: Welche Badi wollen wir eigentlich? Da schwang auch eine generelle Skepsis zur Art und Weise der Portionenfinanzierung einzelner Bereiche des Strandbades mit. «Die liegen häufig knapp noch unter der Kompetenzmarke des Parlaments von 4 Mio. Franken», so Matthias Borner (SVP).

Das Wort Salamitaktik machte die Runde. Die FDP stellte gar den Antrag, auf die Sanierung des Sprungbeckens samt Sprunganlage zu verzichten, was einer Minderausgabe von rund 600 000 Franken entsprochen hätte. Deny Sonderegger etwa erzählte von den unguten Erfahrungen im Nichtschwimmerbereich. «Dort existiert effektiv ein Verletzungsrisiko für Kinder», so der Familienvater. Deshalb forderten er und die FDP auch, die zeitliche Reihenfolge der Sanierungsarbeiten zu ändern. Sprungbecken sein lassen, Nichtschwimmerbereich vorziehen.

Ein Antrag, der mit 13 Ja und 25 Nein aber unterlag. Damit war zumindest mal der Beweis erbracht, dass eine klare Mehrheit im Parlament die Vorgehensweise des Stadtrates zumindest duldet oder goutiert. Und zum Zweiten war damit dokumentiert, dass eine Mehrheit im Parlament die Qualität der Badi Olten zu schätzen weiss. Denn im Lauf der Debatte war noch die Idee nach mehr Erlebnisbad aufgetaucht. «Das Mittelmeer soll zu uns kommen» proklamiert etwa Heinz Eng (FDP); Wellengang, Sandstrand. Eine Gesamtsicht der Dinge wurde gefordert.

Übergrosse Mehrheit für stadträtlichen Antrag

Es war aber der übergrossen Mehrheit im Parlament nicht nach neuer Gesamtsicht zumute. Wellenbad und Sandstrand – schön und gut: aber doch lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

Wie sagte Eugen Kiener (SP/Junge SP) doch: «Badis sehen überall etwa gleich aus. Ich bin für diesen Kredit.» Und Fraktionskollege Florian Eberhard gab zu verstehen: «Die Sanierungskosten sind vor allen deshalb so hoch, weil wir mit dem Unterhalt jahrelang zögerlich unterwegs waren.» Mit 29 Ja zu 3 Nein bei 6 Enthaltungen votierte die Volksvertretung für den stadträtlichen Antrag.

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