Olten
Das sind die neuen Wege, die die Kabarett-Tage beschreiten

Die neuen Leiter Alex Summermatter und Rainer von Arx über ihre Pläne für die Oltner Kabarett-Tage.

Urs Huber
Merken
Drucken
Teilen
Am Quai Cornichon: Alex Summermatter, neuer Gesamtleiter der Oltner Kabarett-Tage (links), und Rainer von Arx, der neue künstlerischer Leiter.

Am Quai Cornichon: Alex Summermatter, neuer Gesamtleiter der Oltner Kabarett-Tage (links), und Rainer von Arx, der neue künstlerischer Leiter.

Bruno Kissling

Mit dem Rücktritt von Claude Schoch als Gesamtleiter der Oltner Kabarett-Tage und demjenigen der künstlerischen Leiterin Christa Hirschi treten neue Gesichter in den Vordergrund: Auf Schoch folgt Alex Summermatter, Rainer von Arx wird Nachfolger von Hirschi. «Das heisst jetzt aber nicht, dass vom nächsten Jahr an alles anders wird», sagt Summermatter seelenruhig.

Das Setting der Kabarett-Tage ist mittlerweile so ausgereift, dass Änderungen wohl überlegt sein wollen. «Ende Juni werden wir uns zusammensetzen und informell austauschen», so der neue Gesamtleiter weiter. Dort würden dann Ideen für die Zukunft geboren. Mindestens so lange wird man sich also gedulden müssen.

Qualität als Qualitätszeichen

Eines aber wird mit Sicherheit so bleiben wie gewohnt. Die Führung der Gesellschaft legt weiterhin grossen Wert darauf, als Garanten für ein attraktives und gehaltvolles Festivalprogramm aufzutreten. Qualität als Qualitätszeichen sozusagen. Voraussetzung dafür: Die Szene aufmerksam beobachten, Entwicklungen wahrnehmen, Trends im Publikum erkennen. «Die englischsprachige Aufführung von Mathias Tretter stiess auf ein gutes Echo», weiss von Arx.

Der neue künstlerische Leiter könnte sich durchaus vorstellen, die Fäden weiter zu spinnen und fremdsprachige kabarettistische Veranstaltungen etwa für Mittel- und Berufsschüler ins Angebot aufzunehmen. Überhaupt will der neue künstlerische Leiter vermehrt auch ein junges Publikum ansprechen. Erste Schritte mit Spoken-Word-Beiträgen sind gemacht. Und die zahlreichen Aufführungsorte wie Schützi oder Vario Bar stehen etwa als Kontraste zum traditionellen Spielort Stadttheater.

Mögliche «Gefässerweiterung»

Neue Wege könnten auch im Bereich der unterschiedlichen Gefässe beschritten werden. Neben Kabarett meets Comedy (heuer mit Lapsus) sinniert von Arx an einer neuen Affiche herum. «Frisch von der Börse» könnte die heissen. Vorstellung: Ein bekannter Kabarettist, eine bekannte Kabarettistin laden zum Abend mit drei von ihnen an einer Künstler-Börse beobachteten und ausgesuchten Künstlern. «Ein Abend, der für die weniger bekannten Künstler durchaus erfolgversprechend sein könnte», so von Arx.

Da sind also durchaus Pfeile im Köcher, die neue Ziele anvisieren. «Wie die Kabarett-Tage in zehn Jahren aussehen werden, das weiss ich nicht», sagt Summermatter. Aber Spannung ist angesagt.

30. Auflage der Kabarett-Tage

Die Premiere: eine Ausnützung von grandiosen 94,1 Prozent

Claude Schoch, der scheidende Gesamtleiter der Oltner Kabarett-Tage, blickt mit seinem Team auf eine sehr erfolgreiche 30. Auflage des Festivals zurück, welches nach elftägiger Spielzeit am vergangenen Samstag zu Ende ging. «Gesamthaft betrachtet können wir auf eine Auslastung von grandiosen 94,1 Prozent zurückblicken», so Schoch. Ein Wert, der in der langen Geschichte der Veranstaltung noch nie erreicht wurde.

Selbst die ausser Programm stattfindende Zusatzvorstellung von Günther Paal (Gunkl) fand noch eine Auslastung von guten 68 Prozent. Insgesamt kamen rund 7500 Billette in den Verkauf. Die offensichtlich stets steigende Popularität freut den Gesamtleiter, erklären kann er sich die Sache «aber nicht so richtig», wie er sagt. Seis drum: Das Echo auf die gesamte Veranstaltung sei sehr positiv. «Die Preisträger stossen auf grosse Akzeptanz, auch die Veranstaltungen unter freiem Himmel finden ihr Publikum», so Schoch weiter.

Blickt der Gesamtleiter auf seine zehnjährige Amtszeit zurück, stellt er fest: «Die Veranstaltung hat sich zum Festival entwickelt.» Neun Orte werden mittlerweile bespielt, in der Szene und darüber hinaus weiss man inzwischen: In Olten triffst du Kabarettisten. Schoch ist aber überzeugt, das volle Potenzial noch nicht ausgeschöpft zu haben. Wo sieht er noch Luft nach oben, damit Olten vollends zur Kabaretthauptstadt wird? «Wenn alle Kulturveranstalter am Platz daran arbeiten, ihr Programm untereinander zu koordinieren, dann ist ein weiterer wichtiger Schritt gemacht.» Und wenn dann noch ein Bundesrat die Aufwartung macht, umso besser.

Bislang war noch nie einer da. «Es würde uns natürlich freuen, einen Magistraten begrüssen zu dürfen», sagt er. Die Gelegenheit habe sich aber noch nie ergeben. Schoch bleibt da eher nüchtern. Er weiss: Die Kabarett-Tage haben auch so ihren Glanz. (hub)