Der Stadtrat entschied, das vom Volk abgesegnte 25-Millionen-Projekt Andaare aus finanziellen Gründen nicht umzusetzen. Mit dem Projekt Neuer Bahnhofplatz werden einzelne Elemente wie Aaresteg und Aarezugang Bahnhofterrasse ausgeführt. Müsste das Projekt als ganzes wieder in den Investitionsplan aufgenommen werden?

Iris Schelbert (Grüne): Nein. Andaare ist ein wünschbares Projekt. Es wäre schön, dieses realisieren zu können, aber es löst die dortigen Probleme nicht und wir können es derzeit nicht auch noch finanzieren. Die Leute, welche heute schon am Ländiweg sind, werden auch nach dem Bau der Uferpromenade und des neuen Aarebistros dort sein. Wir haben aber mit dem Schulhaus-Neubau und der Stadtteilverbindung Hammer zum neuen Quartier Olten SüdWest dringendere Projekte, die realisiert werden müssen.

Marion Rauber (SP): Ja. Von mir aus gesehen muss die Stadt nach dem klaren Verdikt der Volksabstimmung im Oktober 2011 das ganze Projekt umsetzen.

Monique Rudolf von Rohr (FDP): Zwei Elemente des Andaare-Projekts mit Aaresteg und Aarezugang bei der Bahnhofterrasse werden mit dem Projekt Neuer Bahnhofplatz ausgeführt. Nun soll der Stadtrat anhand der finanziellen Möglichkeiten in rollender Planung entscheiden, was zusätzlich realisiert werden kann. In dieser Hinsicht will ich mich ehrlicherweise noch nicht festlegen.

Würden Sie in den Stadtrat (wieder)gewählt, welche drei Themen brächten Sie aufs Tapet?

Iris Schelbert: Die beiden oben erwähnten Themen Schulraumplanung und Stadtteilverbindung Hammer ins Quartier Olten SüdWest sowie zusätzlich die Finanzen. Wir müssen dafür sorgen, dass die Rechnung nicht nur aufgeht, sondern die Stadt genügend Geld hat, um Entwicklungsinvestitionen tätigen zu können. In den letzten Jahren haben wir vor allem aufs Sparen gesetzt und etwa beim Personal 45 Stellen abgebaut. In diesem Kontext müssen wir auch über Steuererhöhungen reden.

Marion Rauber: Ich würde mich erstens dafür einsetzen, dass eine Fachstelle für Kultur geschaffen würde. Zweitens machte ich mich stark dafür, dass die Stadt sich dem Thema Jugendarbeit klar annimmt. Dabei geht es nicht nur um den Betrieb des Jugendkulturzentrums Provi 8, sondern etwa um eine offene Kinder- und Jugendarbeit, welche auch die Mitbestimmung fördert. Drittens müsste sich der Stadtrat mit mir Gedanken darüber machen, wie das Quartier Olten SüdWest besser angebunden wird. So wie bisher reicht nicht.

Monique Rudolf von Rohr: Zum einen ist mir die Stadtentwicklung ein Anliegen von Olten SüdWest über die Winkelunterführung bis nach Olten Ost. In meinen Augen ein erstrebenswertes Ziel wäre der Wakker-Preis für Gemeinden mit beispielhaftem Ortsbildschutz. Zum anderen ist der Schleichverkehr im Schöngrund- und Säliquartier noch immer ein Thema. Zudem liegt mir das Gewerbe am Herzen: Jede leere Ladenfläche schmerzt. Ich habe kein Patentrezept dagegen, aber in Gesprächen mit den Betroffenen ergäben sich sicher Lösungen.

Vorausgesetzt, die drei bereits gewählten Stadträte behalten ihre Direktionen, so bleiben noch Bildung und Sport sowie Soziales übrig. Welche Direktion würden Sie lieber übernehmen?

Iris Schelbert: Diese Frage will ich nicht öffentlich beantworten, sondern wird dann intern im Stadtrat geklärt. Ich traue mir aber zu, jede Direktion zu übernehmen, weil es primär um Führungskompetenz geht und nicht um die fachliche Leitung einer Direktion. Ich bin offen für Neues.

Marion Rauber: Festlegen will ich mich in diesem Fall nicht. Ich könnte mir jede Direktion vorstellen, auch wenn es bei den bisherigen Stadträten einen Wechsel geben sollte. Mein Vorteil ist, dass ich mich problemlos in ein Thema einarbeiten kann.

Monique Rudolf von Rohr: Ich habe keine Wunschdirektion, trotz meinem Hintergrund als Berufsschullehrerin. Ich würde beide Direktionen gerne übernehmen oder eine andere, die frei werden könnte. Wichtig ist die Führung einer Direktion.

Wie sieht Ihr Wahlkampf in den nächsten Wochen bis zu den Wahlen am
23. April aus und wie viel Geld investieren Sie?

Iris Schelbert: Ich werde mit den Grünen Gemeinderatskandidaten noch auf dem Markt unterwegs sein, eine Schulhaus-Aktion lancieren und als Spezielles die Bevölkerung in mein Stadtrats-Büro einladen. Am Do/Fr, 6./7. April sowie am Do/Fr, 20./21. April sind meine Türen von 16.30 bis 19 Uhr für alle offen. Es gibt etwas zu trinken und die Leute können mein Büro begutachten und mit mir diskutieren. Bisher habe ich für Wahlmaterial, Plakate und Karte rund 3200 Franken ausgegeben. Der Rest ist Manpower.

Marion Rauber: Neben Flyern und Plakaten werde ich mit den Gemeinderatskandidaten bestimmte Orte aufsuchen und dort unsere Schwerpunkt-Themen vertreten wie etwa die Winkelunterführung. Zudem werde ich mit der Oltner Regierungsratskandidatin Susanne Schaffner gemeinsame Aktionen durchführen wie etwa das Jassen auf öffentlichen Plätzen. Bisher habe ich 2000 Franken aus dem eigenen Portemonnaie in den Wahlkampf investiert.

Monique Rudolf von Rohr: Den Wahlkampf betreibe ich vor allem mit den Kandidaten für den Gemeinderat. Neben Inseraten und Plakaten machen wir vor allem Standaktionen. Der persönliche Kontakt mit den Leuten ist mir wichtig und man bekommt mit, was die Oltner bewegt. Für meinen Wahlkampf habe ich bisher 2000 Franken aufgewendet.