Sie lacht gern und überhaupt ist Humor ein wesentlicher Bestandteil ihres Lebens. Die temperamentvolle Frau mit dem kernigen Basler-Dialekt hat ihre Papiere im Jahr 2007 nach Olten verlegt und das nicht etwa deshalb, weil damals gerade geothermische Bohrungen die Stadt am Rheinknie wie ein Erdbeben erschütterten, wie die nette Dame auf dem Oltner Einwohnermeldeamt vermutete ... Die Liebe hat sie nach Olten gebracht, wie man so schön sagt. Und mit ihrem Lebenspartner Pius Meienberger, Sandkastenfreund von Hansruedi Kaeser (Leiter Infrastruktur der Oltner Kabarett-Tage), war auch gleich der Bezug zum Satire-Festival gegeben.

Christine Kern, die Lust hatte, sich in ihrem neuen Lebensumfeld zu vernetzen, half erst im Bar-Team der Oltner Kabarett-Tage mit und war danach während dreier Jahre in der Künstlerbetreuung aktiv. «Ich habe den persönlichen Kontakt mit den Künstlern sehr geschätzt: Die Stimmung hinter der Bühne zu spüren, mitzubekommen, wie die Künstler mit Stress und Nervosität umgehen, das war spannend.»

Christine Kern ist ein Organisationstalent, sie liebt es, lebendige Events zu begleiten. «Wenn viel läuft und andere den Kopf verlieren, kann ich die Ruhe bewahren und blühe erst richtig auf.» Das kommt der erfolgreichen Geschäftsfrau in ihrer beruflichen Tätigkeit zugute. Seit 1998 ist sie selbstständig mit ihrer Basler Firma für Events, Kommunikation und Coaching «Hands & Brain».

Von der Mode zur Werbung

Ganz am Anfang ihrer Karriere führte sie die Freude an der Mode an die Schweizerische Textilfachschule in Zürich. Im Rahmen der anschliessenden Tätigkeit bei einer Modeagentur im Bereich Einkauf und Administration wuchs in ihr der Wunsch, Mode und Schreiben zu verbinden. Kurzerhand rief sie bei der Frauenzeitschrift Annabelle an und erhielt eine Stelle als Volontärin. «Manchmal muss man einfach stinkfrech sein», meint sie schmunzelnd. Die damalige Chefredaktorin Benita Cantieni befand, dass die Werbebranche etwas für die lebendige junge Frau sein könnte.

Diesen Tipp nahm sich Christine Kern zu Herzen, kehrte von Zürich nach Basel zurück, um dort in verschiedenen Werbeagenturen zu arbeiten. Es folgte die Tätigkeit bei der Messe Schweiz in Basel, wo sie als Kommunikationsleiterin für diverse Fachmessen verantwortlich war.
Doch nicht genug: Ihre persönlichen Lebensumstände führten sie nach Biel. Hier war sie drei Jahre als Marketingleiterin für Swatch Schweiz tätig. Und auch für das Event-Sponsoring war sie verantwortlich: «Das war dazumal neu am Aufkommen. Swatch war diesbezüglich sehr innovativ beispielsweise im Bereich der Trendsportarten. Das hat Spass gemacht!»

Heute liegt ihr aber die Kultur näher als der Sport. Mit ausgefahrenen Antennen verfolgt sie auch hier, was Kommunikation bewirken kann: «Was passiert zwischen dem Kabarettisten und dem Publikum? Was sendet der Künstler aus und wie kommt es rüber?»

Business und Spiritualität

Irgendwann wollte Christine Kern mehr Selbstbestimmung haben, ihre eigene Chefin sein. Sie kündigte ihren Top-Job, wo sie unter Hayek Junior gearbeitet hatte, und fing mit der eigenen Firma «Hands & Brain» bei null an.

«Ich denke, dass das Richtige auf einen zukommt, wenn man das Entsprechende aussendet», erklärt Christine Kern und spricht damit eine weitere Dimension ihrer kommunikativen Tätigkeit an: Als sie nämlich merkte, dass der Coaching-Bereich in ihrer Arbeit immer mehr Raum einnahm, beschäftigte sie sich vertieft damit und absolvierte unter anderem eine Ausbildung zur medialen Kommunikationstherapeutin.

Heute versucht Christine Kern die beiden Welten, in denen sie sich bewegt, zusammenzuführen. In ihrem Büro in Basel, zu dem auch Seminar- und Wohnräume gehören, arbeitet sie weiterhin während dreier Tage im Bereich der klassischen Kommunikation. Während zweier weiterer Tage bietet sie zusätzlich Seminare, Kurse und Einzelberatungen im Bereich der energetischen Kommunikation an. Es ist gewissermassen wieder ein Neustart, den sie wagt. Zurzeit ist sie am Aufbau einer entsprechenden Homepage.

Alles dreht sich ums Kabarett

Aber erst mal dreht sich jetzt während der kommenden Wochen alles ums Kabarett. Gespannt blickt Christine Kern auf das bevorstehende Satire-Festival vom 22. Mai bis 1. Juni, das am Mittwoch, 22. Mai, mit der Verleihung des Schweizer Kabarett-Preises Cornichon an das Powerduo Knuth & Tucek beginnt. Besonders freut sie sich auf die Auftritte von Roger Stein im Caveau du Sommelier und Michael Krebs in der Vario Bar, aber auch auf Michel Gammenthaler, den sie persönlich kennt und schätzt. Er bestreitet zusammen mit Alex Porter den magischen Abend mit dem Titel «Kabarett meets Zauberei». Die Motivation von Christine Kern, sich im Vorstand der Oltner Kabarett-Tage für das Festival zu engagieren, ist ungebrochen. Das ist spürbar. «Denn die Kabarett-Tage sind für mich ein echt inspirierendes Umfeld.»