«5/50/5» heisst zwar wirklich von fünf auf fünfzig in fünf. Es bezeichnet aber nicht die Beschleunigung eines Fahrzeugs, sondern ist die Kurzbezeichnung für das Ziel, welches sich die Herzstiftung Olten für die nächsten fünf Jahre gesetzt hat.

Am letzten Mittwoch wurde im Oltner Stadthaus diese neue Herznotfallkampagne vorgestellt. Mit dem Projekt 5/50/5 sollen die Überlebenschancen bei einem Herzstillstand ausserhalb des Spitals von fünf auf fünfzig Prozent erhöht werden.

Zeit ist Leben

«Die Zeit ist ein entscheidender Faktor», hob der Oltner Kardiologe Hugo Saner und Präsident der Herzstiftung hervor, «bei einem Herzinfarkt sollten innert fünf Minuten rettende Massnahmen erfolgen». Jetzt schon sind Automatische Elektrische Defibrillatoren (AED, kurz Defi) bei Polizei und Feuerwehr sowie an zahlreichen Orten deponiert.

Die stationären Defis befinden sich aber meist im Innern des Gebäudes und stehen nachts nicht zur Verfügung. «Wir möchten deshalb ein Netz von öffentlich zugänglichen AED aufbauen», erklärte Stiftungsrat Rudolf Stäubli.

Die Herzstiftung ruft deshalb Firmen und Institutionen auf, bei der Aktion 5/50/5 mitzumachen und zusätzliche oder bestehende Defis aussen am Gebäude, möglichst in der Nähe des Eingangs, zu montieren.

In Olten stehen schon heute zwei solche öffentlich zugängliche Defibrillatoren an zentraler Lage bereit, der eine an der Froburgstrasse 1, der andere direkt beim Eingang ins Stadthaus.

Auch Laien können ran

Die Defis können auch von Laien bedient werden, betonte Oliver Reisten, der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes der Solothurner Spitäler SOH. Man kann nichts falsch machen – nichts machen ist falsch, brachte er seine Aussage auf den Punkt.

Das ehrgeizige Ziel besteht darin, ein flächendeckendes System von Defis und Helfenden, die den AED bedienen, aufzubauen. Bis Ende November 2017 soll bereits ein dichtes Netz bestehen. Dies in enger Zusammenarbeit mit der Alarmzentrale des Kantons, mit dem Rettungsdienst der SOH, der Feuerwehr, der Polizei und dem Schweizerischen Samariterbund.

Koordination über Notruf 144

Über den Sanitätsnotruf 144 können die Einsätze der Blaulichtorganisationen, Herznotfallteams und Erste-Hilfe-Leistende mit einer speziellen Software (Smartphone-App) koordiniert werden. Auch die umliegenden Kantone sollen eingebunden werden.

Allein im Kanton Solothurn rechnet man mit zusätzlich 25 bis 30 Personen pro Jahr, die ohne wesentliche Gehirnschäden gerettet werden können, nachdem sie ausserhalb des Spitals einen Herzstillstand erlitten haben.