Olten

Das Pflegeheim Stadtpark ist fast wie ein Wellness-Hotel

Eine Bewohnerin des renovierten Altersheims Stadtpark sucht bei der neuen Briefkastenfront nach ihrem Namen.

Eine Bewohnerin des renovierten Altersheims Stadtpark sucht bei der neuen Briefkastenfront nach ihrem Namen.

Nach rund eineinhalb Jahren Renovationsarbeiten wird diese Woche das Altersheim Stadtpark offiziell neu eröffnet. Die Bewohner sind vom Allerheiligenberg bereits wieder eingezogen. Ein Augenschein vor Ort.

Offener, heller, grösser – so umschreibt Claudia Häberli, stellvertretende Heimleiterin, das Alters- und Pflegeheim Stadtpark in Olten. Durch den Terrassenanbau, den frischen Anstrich und die neuen, taupefarbenen, modernen Sessel am Empfang wird dieser Eindruck bestätigt. Hie und da sorgen giftgrün oder bordeaux angestrichene Wände für Farbtupfer.

Nein, an ein Altersheim würde man nicht denken, wenn nicht immer wieder Seniorinnen und Senioren mit Rollatoren durchspazieren würden. Sondern eher an ein schlichtes Wellness-Hotel. Wobei hier die beliebteste Aktivität nicht das Sprudelbad ist, sondern das Gemüserüsten im vergrösserten Essraum. Anfang April sind die letzten Bewohner vom temporären Domizil auf dem Allerheiligenberg wieder ins Altersheim Stadtpark gezogen.

Senior: «Bis jetzt ist alles tipptopp»

Die 98-jährige Ruth Kieffer kommt gerade von der Dienstagsaktivität aus dem Speisesaal und strahlt. Seit 12 Jahren ist sie Bewohnerin des Stadtparks Olten. «Ich war schon immer gerne in diesem Haus», sagt die rüstige Seniorin. Aktuell gebe es für sie einige Veränderungen, an die sie sich zuerst gewöhnen müsse, so zum Beispiel die umgestaltete Nasszelle und die fehlende Küchenzeile.

Im Speisesaal haben dank einer Umorganisation neu alle Heimbewohner Platz. Vor dem Umbau wurden viele Bewohner auf der jeweiligen Abteilung verpflegt. Nun schätzen es laut Häberli viele, dass sie jetzt auch im grossen Gemeinschaftsraum essen können. «Dafür ist es beim Essen viel unruhiger, aber auch lebendiger geworden», sagt Bewohnerin Ruth Kieffer.Die erweiterte Terrasse sei praktisch, weil man dadurch wirklich viel mehr Platz hat. Durch das öffentliche Restaurant mit Terrasse erhofft sich das Heim, mehr externe Besucher anzulocken.

Hausführungen für die Bewohner finden seit letzter Woche regelmässig statt, damit die Senioren sich im renovierten Stadtpark wieder zurechtfinden oder diesen neu kennen lernen. Diese Orientierungshilfe erweist sich laut Häberli als wertvoll, da die Beschriftungen beim Einzug noch fehlten.

Positive Punkte sieht der Bewohner Heinz Binggeli: «Bis jetzt ist alles tipptopp.» Der 73-Jährige wohnt seit sechs Monaten im Altersheim. Er sei überrascht gewesen über die Kompetenz und Freundlichkeit der Angestellten. Auch beim Zügeln hätten sie gute Arbeit geleistet.

Offiziell sind die Arbeiten im Haus abgeschlossen, jedoch werden laufend einige Dinge angepasst. Zum Beispiel sind Änderungen bei bestehenden Brandschutztüren vorgesehen, um die Sicherheit der Bewohner weiter zu erhöhen. Bauarbeiter sind aber nur noch draussen im Garten anzutreffen.

Neuer mietbarer Mehrzweckraum

Beim Rundgang auf den Stockwerken fallen an vielen Ecken und Nischen immer wieder antike Tische, Stühle und Kommoden auf. «Diese Möbel, die wir durch Schenkungen erhalten haben, wurden bewusst auf den Stockwerken integriert», erklärt Häberli. «So wird es für die Bewohner gleich heimeliger.» Auf jedem Stockwerk ist auch ein grosses Büchergestell mit älteren Büchern vorhanden, wie «Don Camillo und die Rothaarige» von Giovannino Guareschi, «Ruf mich, wenn das Kreuz sich wendet» von Niland D’Arcy oder «Mutter macht Geschichten» von Una Troy.

Die neuen Zimmer der Bewohner wirken grosszügig. Wo vorher die Küchennische war, ist der Platz leer. «Dort kann der Bewohner einen Schrank aufstellen oder eines unserer Module mit Kühlschrank und Mikrowelle einbauen lassen», so Häberli. Das seien auch die Geräte, die die Bewohner in der Regel brauchen.

Im Bad haben neu alle Bewohner eine Nasszelle. Das Lavabo ist leicht tiefer gesetzt und damit behindertengerecht. Neu verbindet ein rollstuhlgängiger Übergang das Zimmer mit dem Balkon. Das Heim verfügt auch über einen neuen Mehrzweckraum, der mit modernster Technik ausgestattet ist. Er eignet sich besonders für Vorträge und Seminare und steht für interne wie externe Veranstaltungen offen. «Auch Konzerte sind denkbar», sagt Häberli, denn der Raum im Parterre verfügt über eine verschiebbare Wand. Häberli: «Solange die Nachtruhe eingehalten wird, sind wir für die Veranstaltungsart sehr offen.»

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