In einer Wohnung im obersten Stockwerk der alten Jugendstil-Villa des einstigen Oltner CVP-Nationalrates und Bundesratskandidaten und späteren SRG-Direktors präsentiert nun das Oltner Fasnachtskomitee all seine langjährigen und geschichtsträchtigen «Fasnachtsschätze» und Raritäten ab 1876. Wie Beat Loosli, Fuko-Präsident, anlässlich eines Eröffnungsapéros für Zunftmeister und Gäste erläuterte, hätte der Mietvertrag mit der Stadt bereits im letzten Sommer abgeschlossen werden können.

In der grosszügigen Altwohnung mit einem museumsreifen (nicht mehr nutzbaren) Bad und im dazugehörigen Dachstock sind nun in all den Zimmern die Reliquien alter Oltner Fasnachtstage untergebracht.

So finden sich hier das Obernaaren-Ersatzgewand und die Proklamationen vieler Jahre genauso wie Prägeformen und Matrizen der Fasnachtsplaketten, aber auch alte Fotoalben, Protokolle, Larven, Ersatzzepter, Fotos, Bilder, Tagebücher und anderes mehr. Und es zeigt auch auf, wie die Fasnacht in der Dreitannenstadt immer wieder durch Kriege, die Spanische Grippe und andere Umstände neben Hochs auch Tiefs durchmachte.

Wiedererleben

Der Weg von den Entwürfen zur fertigen Plakette wird im neuen, nun auch beheizten und deutlich grösseren Archiv ebenso aufgezeigt, wie die Fasnacht in zahlreichen, nach Jahrgängen sortierten Ordnern mit Fotos, Programmen und mehr nachgeblättert und so wiedererlebt werden kann.

Überhaupt hätte man bewusst nicht ein Museum mit reinen Vitrinen, sondern ein Archiv zum Selberblättern und -erleben schaffen wollen, meinte Beat Loosli, der zusammen mit Fuko-Rätin Marion Rauber Ansprechperson für das Archiv ist.

Die beiden stehen denn auch Interessierten für Führungen zur Verfügung. Und genauso willkommen sind jene, die mit alten «Estrichfunden» zur Fasnacht der Dreitannenstadt die Sammlung ergänzen möchten.

Die Oltner Fasnacht, so Loosli, sei übrigens eine der wenigen, die über ein derartiges Archiv verfüge. Sogar die Hochburg Basel habe nichts Vergleichbares, arbeite aber derzeit daran.

Die neuen Räumlichkeiten umfassen daneben auch Raum für kleinere Sitzungen (die Lokalitäten im «Raths- keller» für grössere Fuko-Sitzungen und die Plakettenausstellung will man weiterhin nutzen) und etwa solchen zum Einlagern des Materials für das Risottokochen an der Kinderfasnacht.