«Gestern Gemälde. Heute Himbeerkuchen. Morgen Musik. Richtig guten Kaffee gibts immer.» So umschreibt der Oltner Städtebauer Daniel Schneider sein Lokal namens Mokka-Rubin auf der Homepage, das am 17. August an der Ringstrasse 16 mit einem Fest eröffnet werden soll.

Es sei als «Kleinformat für eine Kleinstadt wie Olten» gedacht, sagt er. Mietbar für kommerzielle oder nicht-kommerzielle Zwecke wie Kunstausstellungen, Firmenanlässe oder auch mal als temporärer Verkaufsladen für ein Landwirt hätte in dem 60 m2 grossen Raum alles Platz.

Die ausgestellte Kunst soll aber eine «angemessene Qualität» haben und wird von einer Mitarbeiterin des Berner Paul-Klee-Museums kuratiert. Im vorderen Teil des Lokals wird es eine Café-Bar geben, die jene Leute anziehen soll, die vielleicht «Eintrittshemmungen» hätten oder nur für einen Schwatz vorbeikommen wollten, sagt Schneider.

Der Raum kann für einen Abend, eine oder zwei Wochen, aber für höchstens einen Monat gemietet werden. Damit sei gewährleistet, dass es genügend Wechsel gibt. Ein paar Events sind bereits klar: So werden etwa abwechselnd Oltner Prominente für einen guten Zweck kochen. Der Erlös wird einer Oltner Institution gespendet. Der Anfang macht Trudi Wey, die Frau des Stadtpräsidenten. Auch die Veranstaltungsreihe «Stadtgespräche», in der Stadtentwicklungs-Themen diskutiert werden, will er zusammen mit dem Architekten Thomas Schwab wiederbeleben.

Kein Geld verdienen mit Lokal

Im ehemaligen Tintenstrahl-Nachfüllshop erinnert derzeit nichts mehr an den muffigen Verkaufsraum: Der Boden und die Wände sind kahl, es gibt neu eine breite Fensterfront zur Ringstrasse hin, weitere Wände sollen herausgerissen werden, der Innenhof wird begrünt.

Schneider will mit dem neuen Lokal einen kulturellen Beitrag an die Stadt leisten. Dazu kommt aber auch eine Botschaft an alle Oltner Liegenschaftsbesitzer: Er möchte mithilfe der darüberliegenden Wohnungen – eine von dreien wird er selbst als Büro für seine Firma nutzen – das Lokal querfinanzieren und nicht umgekehrt. «So könnten die Lokale günstiger abgegeben werden und Raum entstehen für junge und kreative Leute, welche nicht mehrere tausend Franken Miete pro Monat zahlen wollten.» Mit dem Lokal will er kein Geld verdienen. «Mir reicht eine schwarze Null.»

Beim 53-Jährigen, der bis 2014 für die SP im Gemeindeparlament sass, schlägt das Herz immer noch links. Auch die Freiwilligen, welche sich für sein Projekt und den dazugehörigen Verein Mokka-Rubin ehrenamtlich engagieren, kommen zum Teil aus dem politischen Bekanntenkreis. So wird etwa Stadträtin Marion Rauber die freiwilligen Helfer organisieren, welche jeweils von donnerstags bis samstags zur Feierabendzeit den Kaffee in der Stehbar servieren.

Mit dem Namen des Lokals hat es eine besondere Bewandtnis. Das «Mokka» stehe natürlich für den Kaffee – «ein dunkler starker Espresso aus dem Kolben», so Schneider. Das «Rubin» steht hingegen für den vorherigen Besitzer. Das 1894 erbaute Gebäude beherbergte lange Zeit ein Fotografengeschäft.