Olten
Das Marroni-Projekt geht in die nächste Runde

Der Oltner Christian Ginsig sucht mit einem Fotowettbewerb ein geeignetes Marroni-Häuschen für die Innenstadt – und später dann auch Mittel für dessen Finanzierung.

Rahel Bühler
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Das Marroni-Häuschen in Solothurn ist das Vorbild des Projekts.

Das Marroni-Häuschen in Solothurn ist das Vorbild des Projekts.

facebook.com

«Heissi Marroni – Marroni ganz heiss» soll es bald wieder in der Oltner Innenstadt heissen. Was in dieser Wintersaison nicht realisiert werden konnte, könnte bereits in diesem Herbst wieder ein fester Bestandteil Oltens werden. Möglich macht dies ein Initiativkomitee rund um den Oltner Christian Ginsig.

Seit dem 1. November des vergangenen Jahres ist klar: In der Oltner Innenstadt wird es in diesem Winter keinen Marroni-Stand geben. Obwohl ein geeigneter Standplatz gefunden worden wäre, ging bis zum damaligen Zeitpunkt kein Gesuch für einen Marroni-Stand bei der Oltner Gewerbepolizei ein. Der langjährige Oltner Marroni-Mann wollte sein Amt auf der Terrasse vor der Stadtkirche, die der christkatholischen Kirchgemeinde gehört, nicht weiter ausüben. So kam es, dass der einzige Marroni-Stand der Dreitannenstadt auf dem Bahnhofgelände steht.

«Das kann es nicht sein», dachte sich eine Gruppe um den Oltner Christian Ginsig und startete Mitte November einen Fotowettbewerb in der Facebook-Gruppe «Olten». Bis Ende Februar können die Userinnen und User das – aus ihrer Sicht – schönste Marroni-Häuschen der Schweiz fotografieren und posten. Bis Ende März soll der Gewinner des Wettbewerbes gekürt, anschliessend bei einem regionalen Schreiner eine Offerte für den Bau eines solchen Häuschens eingeholt werden. Nachfolgend wird der Kontakt mit der Stadt Olten gesucht und die gewerbliche wie auch die gesetzliche Realisierbarkeit ausgelotet. Wenn alles klappt, soll der Stand im Herbst in Betrieb genommen werden können.

Marroni-Mann bereits gefunden

So weit der Plan. Wie sieht denn nun der Zwischenstand aus? «Im Moment befinden wir uns in der ersten Phase, in der die Leute ihre Vorschläge anbringen können», erklärt Christian Ginsig. Zahlreiche User sind seinem Aufruf gefolgt. In der Oltner Facebook-Gruppe finden sich diverse Vorschläge, von simplen Ständen auf Rändern bis hin zu richtigen Häuschen mit fliessend Wasser und Strom. Und wer soll ab Herbst die Marroni braten? «Wir haben schon jemanden gefunden, der den Stand betreiben würde», erzählt Christian Ginsig erfreut.

Solothurner Modell als Vorbild

Dass Ginsig die Kirchgasse als potenziellen Standort vorschlägt, ist ebenso wenig eine Überraschung wie die Tatsache, dass dies nur via Bewältigung einer «Zusatzschlaufe» möglich sein wird. Ein Stand, der mehr als drei Monate stehen bleibt, verlangt explizit nach einer Baubewilligung. Immerhin: Die Terrasse vor der Stadtkirche aber würde sich als Standort weiterhin anbieten.

Ende März soll die zweite Phase des Projekts gestartet werden: Durch sogenanntes Crowdfunding soll das Marroni-Projekt finanziert werden. Beim Crowdfunding werden Projekte, Geschäftsideen oder Produkte mit Eigenkapital realisiert. Die Kapitalgeber sind verschiedenste Personen, meist Internetnutzer, da zum Crowdfunding hauptsächlich online aufgerufen wird.

Funktionieren soll das Ganze dann ähnlich wie in der Kantonshauptstadt: «Die Stadt Solothurn ist im Besitz eines solchen Marroni-Häuschens und baut es in Absprache mit dem Betreiber im Herbst auf und in der Fasnachtszeit wieder ab», weiss Christian Ginsig. Das Initiativkomitee ist überzeugt, dass dies auch in Olten eine Möglichkeit sein könnte. Ausserdem: «Die Oltner hätten ihren Marroni-Stand zurück, die Stadt müsste sich nicht um die Finanzierung kümmern und bekäme eine weitere Aufwertung: Das wäre doch eine Win-win-Situation oder nicht?»