Olten
Das Jugendsinfonieorchester Mittelland ist bereit

Der Traum der beiden Musikschulen Olten und Langenthal: ein richtiges Jugendsinfonieorchester. Bisher reichten jedoch weder die Grösse des Einzugsgebietes noch die Ressourcen aus. Deshalb gründeten die beiden Schulen nun gemeinsam das Jugendsinfonieorchester Mittelland.

Deborah Onnis
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Das Jugendsinfonieorchester Mittelland beim Proben.

Das Jugendsinfonieorchester Mittelland beim Proben.

zvg

Davon träumten Musiklehrer der Musikschule Olten und der Oberaargauischen Musikschule Langenthal schon lange: ein richtiges Jugendsinfonieorchester. Beide Schulen führen zwar bereits Ensembles und kleine bis mittlere Orchester, um aber Orchesterarbeit in der Vollbesetzung zu realisieren, reichten bisher weder die Grösse des Einzugsgebietes noch die Ressourcen aus.

Deshalb vereinten beide Schulen ihre Kräfte und gründeten nun mit insgesamt 65 Jugendlichen zwischen 13 und 22 Jahren aus den Regionen Olten, Gösgen, Thal, Gäu, Langenthal und Oberaargau das Jugendsinfonieorchester Mittelland.

«Sinfonisch zu musizieren ist im Orchesterbereich etwas vom Höchsten», schwärmt Co-Projektleiterin Sandra Rupp Fischer, die auch Leiterin der Musikschule Olten ist.

Mit «sinfonisch» ist gemeint, nicht nur klassische, sondern auch rockig-poppige Werke im vollbesetzten Orchester aufzuführen, wie dies zum Beispiel oft bei Filmmusik der Fall ist. «Wenn man in einem solch grossen Klangkörper musiziert, entsteht eine sehr starke Dynamik», erklärt Rupp Fischer. Ein Gefühl offenbar, das einem richtig einfährt. Genau das würden nach Rupp Fischer viele der Jungmuszierenden so toll finden.

Sieben-Stunden-Probetage

Vor dem Spass kommt aber die Arbeit. Wie viele Stunden die Jungmusiker insgesamt schon geprobt haben, ist gemäss Schulleiterin schwierig zu sagen. Bereits fünf Probetage à je bis zu sieben Stunden fanden in Olten und Langenthal statt.

Noch zweimal probt die ganze Gruppe vor den Konzerten vom 20. und 22. Mai. «Bei einem solchen Engagement ist es unumgänglich, dass die Jungmusikerinnen und –musiker auch zuhause und jeweils mit ihren Musiklehrern individuell üben», sagt Rupp Fischer.

Wie viel das sei, hänge von den persönlichen Voraussetzungen der Schüler ab. «Alle bringen eine riesen Motivation mit und waren vom ersten Moment an extrem begeistert», freut sich Rupp Fischer. Die Jungmusizierenden würden bei den Proben voneinander auch viel profitieren. «Sie tauschen sich aus und können persönliche Tipps weitergeben», so Rupp Fischer.

65 statt 40 Anmeldungen

Auf die Ausschreibung in den Musikschulen hätten sich die meisten Schüler auf Empfehlung der jeweiligen Lehrer gemeldet. «Sie haben jeweils diejenigen mit dem grössten Potenzial angesprochen.» Bei den Anmeldungen wurden die Erwartungen übertroffen. «Wir wussten nicht, ob es gelingt, genügend Jugendliche zur Mitwirkung zu motivieren», so Rupp Fischer. Die Sorgen erwiesen sich aber als unbegründet.

Anstatt den erhofften 40 Anmeldungen erhielten Sandra Rupp Fischer und der Co-Projektleiter Rainer Walker, Schulleiter Oberaargauische Musikschule Langenthal, schliesslich 65. «Das freut uns alle wahnsinnig», sagt Rupp Fischer. Über die Hälfte des Jungendsinfonieorchesters besteht aus Jugendlichen aus den Regionen Olten, Gösgen, Thal und Gäu.

Organisatorisch ist das Projekt aufwändig, wie Rupp Fischer sagt. Mit dem Mitverantwortlichen Rainer Walker, Leiter der Oberaargauischen Musikschule Langenthal, und den beiden musikalischen Leitern, Christoph Weibel und Beat Kohler, sei die Projektorganisation aber äusserst angenehm und unkompliziert verlaufen. «Meine Vorfreude auf die beiden Konzerte ist riesig», sagt Rupp Fischer und ist überzeugt: «Unsere Jugendlichen werden voll Gas geben und das Publikum mit Sicherheit begeistern.»

Konzertdaten

Fr, 20. Mai, 20 Uhr: Linksmähderhalle Madiswil

So, 22. Mai, 17 Uhr: Friedenskirche Olten