Schwimmer und sonstige Wasserratten mussten eine Saison lang auf das Hallenbad an der Oltner Kanti verzichten. Wegen längeren Asbest-Sanierungen einen Monat später als geplant, steht es ab heute Dienstag 18 Uhr wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung. Und das Ergebnis lässt sich sehen, wie ein Rundgang gestern vor Ort zeigte: Alles wirkt heller aufgrund diverser neuer Glasfronten und den ausgewählten Farbtönen. Der Eingangsbereich und die Garderoben sind grosszügiger. Und das leichte Frösteln, das bei einigen Besuchern früher im Badebereich ausserhalb des Wassers einsetzte, weicht nun wohliger Wärme.

Rundgang durch das neue Hallenbad in der Kanti Olten

Rundgang durch das neue Hallenbad in der Kanti Olten

Während der rund einjährigen Umbauzeit wurde nicht nur die ganze Schwimmbad-Technik erneuert, weshalb der Kanton nun mit tieferen Betriebskosten rechnet. Für die Sanierungskosten in Höhe von rund fünf Millionen Franken gab es auch diverse bauliche Veränderungen: Neu befindet sich der gesamte Eingangsbereich nicht mehr im Norden des Gebäudes, sondern wurde Richtung Süden hin zur Stadt verschoben. Dort, wo sich früher die beiden Abwartswohnungen befanden, gibt es nun neben der Kasse einen Aufenthaltsbereich mit Konsumationsmöglichkeiten sowie die beiden Damen- und Herren-Garderoben mit je 8 Duschen und 68 Schliessfächern im ersten Stock.

Auch im Schwimmbereich hat sich einiges geändert: Schwimmer- und Lehrschwimmbecken sind neu mit Chromstahl verkleidet, was laut Kanton hygienischer ist und weniger Chloreinsatz nötig macht. Die dafür um 100'000 Franken höheren Kosten sollen bis in 15 Jahren amortisiert sein. Zudem gibt es separate Lehrer-Garderoben, einen Sanitätsraum mit Defibrillator sowie Räume, wo Schwimmvereine wie die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft ihr Material lagern können. Nicht zuletzt wurde das ganze Hallenbad behindertengerecht saniert mit Rampen sowie separater Umkleide- und WC-Kabine. Nur etwas fehlt: Das Einmetersprungbrett gibt es nicht mehr. Dies, weil es kaum mehr benutzt wurde und mitten im Gehbereich stand.

Badmeister Thomas Müller zeigt sich sehr zufrieden. «Das ist das Beste, was man herausholen konnte.» Er hofft nun, in den nächsten Jahren mehr Besucher anzulocken. Bisher gab es im Schnitt 7000 Personen pro Saison, nun will er die 10'000er-Marke knacken und erwartet im Durchschnitt rund ein Drittel mehr Badegäste.

Schlechte Erinnerung an Hallenbad

Während der feierlichen Wiedereröffnung des Hallenbads am Montagabend zeigten sich die Referenten ebenso überzeugt vom Resultat. Für Regierungsrat und Baudirektor Roland Fürst ist mit dem sanierten Hallenbad «ein neuer, attraktiver Treffpunkt für alle Alters- und Nutzergruppen entstanden». Oltens Stadtpräsident Martin Wey ergänzte, dass er auch als nicht grosse Wasserratte einmal «einen Köpfler ins Bassin wagen werde». Und Kanti-Rektorin Sibylle Wyss bezeichnete das Hallenbad «als spektakulärstes Zwischenresultat» der Kanti-Sanierung.

Die drei Referenten waren früher als Schüler selbst Besucher des Hallenbads, das mit dem Kanti-Neubau 1973 eröffnet wurde. Allerdings sind die Erinnerungen bei allen drei eher unerfreulich: Regierungsrat Fürst ging «in diesem Bad alles andere als gern schwimmen» wegen der militärisch anmutenden Infrastruktur, Stadtpräsident Wey sei als «Gfrörli» fast ein bisschen traumatisiert und Rektorin Wyss gestand, dass ihr wegen des Chlorgeruchs oder den kurzen Pausen bis zur nächsten Unterrichtsstunde «die Schwimmlektionen immer höchst zuwider waren».

Den ersten Sprung ins 27 Grad warme Wasser machte gestern übrigens nicht ein kühner Politiker, sondern die Synchronschwimmerinnen des Schwimmclub Solothurn bei ihrer Präsentation.

Die Kanti Olten ist ein architektonischer Zeitzeuge des Betonbrutalismus und wird seit gut einem Jahr renoviert. Damit die heutigen Normen in Sachen Brandschutz, Erdbebensicherheit und Energieeffizienz eingehalten werden, wendet der Kanton 86 Millionen Franken für die Renovation der Schule auf.

Wie das Hallenbad ist auch die Aussensanierung des vierstöckigen Traktes ist abgeschlossen. Im Januar 2018 beginnen die Arbeiten für die Innensanierung. Damit der Schulbetrieb weiter laufen kann, gibt es acht moderne Klassenzimmer in Containern.

Die Renovationsarbeiten dauern voraussichtlich noch bis 2022. (fmu/hts)