Eigentlich dachte man, seit dem Bundesgerichtsurteil im Mai 2015 hätte bald das letzte Stündlein für das mittlerweile schweizweit bekannte Goldene Dacherl und den mehrgeschossigen Lukarnen geschlagen. 

Doch Architekt und Bauherr Mariano Ciccone lässt sich die golden schimmernde Kupferlegierung nicht so schnell von seinem Dach streichen. Die Oltner Baudirektion hat aufgrund des Bundesgerichtsurteils, welches die Rechtswidrigkeit der beiden Lukarnen und der Dacheinkleidung bestätigte, am 23. November 2015 eine Verfügung erlassen mit folgendem Inhalt:

  • Die Lukarnen seien zu beseitigen respektive auf das zulässige Mass zu verkleinern. Dazu muss der Bauherr ein neues Baugesuch bis zum 31. März 2016 einreichen.
  • Zudem müsse das Goldene Dacherl so behandelt werden, dass es keine Blendwirkung mehr habe und dunkel-matt erscheine. Dazu muss ein entsprechendes Muster auf einem Teil des Dachgeschosses angebracht werden in Absprache mit der Baukommission. Dieses Muster sollte zeigen, wie sich die Kupferlegierung innerhalb eines Jahres verändere. Die Frist dazu läuft bis zum 31. Mai 2016.

Nicht überraschend hat der Bauherr Mariano Ciccone in beiden Fällen Beschwerde erhoben mit aufschiebender Wirkung beim kantonalen Bau- und Justizdepartement. Es sei unverhältnismässig und einschränkend, was die Baudirektion von ihm verlange. In den nächsten Monaten wird der Rechtsdienst des Departements entscheiden, ob die Beschwerde gutgeheissen oder abgewiesen wird.

Sollte dies der Fall sein, kann der Bauherr die Beschwerde an die nächsthöhere Instanz weiterziehen, dem kantonalen Verwaltungsgericht, und später sogar erneut vor Bundesgericht landen. Das alles braucht jeweils mehrere Monate Zeit. Es ist davon auszugehen, dass das Goldene Dacherl und die überdimensionierten Lukarnen den Oltnern in den nächsten Monaten noch etwas erhalten bleiben.

Der Bauherr Mariano Ciccone sowie die Oltner Baudirektion wollten wegen des laufenden Verfahrens keine Stellung nehmen.