Hurghada
Das getötete Ehepaar war den Wangener Behörden unbekannt

Das im ägyptischen Hurghada getötete Schweizer Ehepaar war seit anderthalb Jahren im Oltner Vorort angemeldet, innerhalb der Gemeindebehörde jedoch weitgehend unbekannt.

Drucken
Teilen
Die Polizei im Garten der Villa in der Red Sea Resort City von Hurghada, wo sie die Leichen von Saida und Fahrudin Muratovic fand keystone

Die Polizei im Garten der Villa in der Red Sea Resort City von Hurghada, wo sie die Leichen von Saida und Fahrudin Muratovic fand keystone

KEYSTONE

Saida und Fahrudin Muratovic, deren Leichen im Garten der Villa im ägyptischen Hurghada, in der sie gewohnt hatten, ausgegraben wurden, sind innerhalb der Wangner Gemeindebehörde weitestgehend unbekannt. Dies teilte Beat Wildi auf Anfrage mit.

Nach Angaben des Verwaltungsleiters ist das Schweizer Ehepaar mit bosnischem Hintergrund seit 16. Juli 2012 bis heute im Oltner Vorort angemeldet. Ob der 1949 geborene Mann und die 1955 geborene Frau jeweils ihre Ferien in Ägypten verbrachten oder ganz dorthin gezogen sind, ist unbekannt. Klar ist laut Wildi hingegen, dass keine Kinder oder Enkelkinder in Wangen gemeldet sind.

Der Leichenfund war am letzten Donnerstagabend bekannt geworden. Laut Nachrichtenagentur AFP hatte das Paar seit einiger Zeit in Ägypten gelebt. Doch als es sich mehreren Wochen lang nicht mehr gemeldet habe, informierten die Verwandten die Behörden in der Schweiz und in Ägypten. Als die ägyptische Polizei die Villa inspizierte, fand sie die Leichen im Garten. Das Paar war beraubt, ermordet und verscharrt worden.

Das Ehepaar sei oft nach Ägypten gereist, werden Hinterbliebene im «Blick» zitiert. Fahrudin Muratovic habe «in der Schweiz gutes Geld in der Baubranche gemacht», heisst es dort weiter. Innerhalb der Wangner Gemeindebehörde ist davon nichts bekannt. Nur eines: dass Muratovic in Wangen keine eigene Firma hatte.

Gärtner ist geständig

Die Polizei nahm den Gärtner der Beiden fest. Er gestand, zusammen mit zwei Komplizen seine Arbeitgeber getötet und vergraben zu haben. Laut ägyptischer Agentur wollte er das Haus für sich haben. Am Freitagmorgen nahm die Polizei zudem den Koch von Saida und Fahrudin Muratovic fest. Er hatte verschiedene Gegenstände, die dem Paar gehörten, in seiner Wohnung. Nach einem dritten Verdächtigen wird nachwievor gefahndet. Laut Sicherheitskreisen hatte das Trio aus dem Haus des Ehepaares die elektrischen Küchengeräte und einen Kühlschrank entwendet.

Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten bestätigt die Tötung eines Schweizer Ehepaars in Ägypten. Das EDA steht in Kontakt mit den Angehörigen der Opfer sowie den Polizeibehörden in der Schweiz und in Ägypten, wo eine Strafuntersuchung durchgeführt wird. «Aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes können keine weiteren Angaben gemacht werden», hält Mediensprecher Stefan von Below fest. (kas/zam)

Aktuelle Nachrichten