Wangen
Das Debüt des neuen Dirigenten ist erfolgreich

In Wangen musizierte die Musikgesellschaft unter neuer musikalischer Leitung. Zu hören gab es ein abwechslungsreiches Frühlingskonzert.

Eugen Busslinger
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Dirigent Dominik Rohr gab in Wangen sein Debut.

Dirigent Dominik Rohr gab in Wangen sein Debut.

Remo Froehlicher

Das Frühlingskonzert der Musikgesellschaft Wangen bei Olten wurde eröffnet mit drei Liedern durch die Jugendband, geleitet von Viktor Del Ponte. Das minimal besetzte Ensemble soll bald wieder Zuwachs erhalten.

Präsident Patrik Schärer begrüsste die Gäste und freute sich, dass die Turn- und Festhalle Alp prall gefüllt war. Er durfte den neuen Dirigenten vorstellen, Dominik Rohr, der sein Debut in Wangen gab.

Zum Auftakt erklang mit «A new Age» eine Komposition des Südtirolers Armin Kofler, der die Hoffnungen der Jahrhundertwende zum Thema machte. Besonders gefielen die schönen Kantilenen. Mit südamerikanischen Rhythmen ging›s weiter im Stück «Amazonia» von Peter Graham.

Als Wettstück für den Musiktag in Oensingen, wo sie am 25. Juni auftreten werden, haben die Musikanten ein Werk des Berners Mario Bürki ausgelesen, der in «Mazedonia» im ersten Teil ganz im Stile der mazedonischen Volksmusik schreibt und in den beiden folgenden Teilen traditionelle Volkslieder zitiert. Zum vorherrschenden 7/8-Takt kommen zusätzliche Taktwechsel, die aber dank den sicheren jungen Schlagzeugern recht gut gemeistert wurden; schöne orientalische Soli der Holzbläser im zweiten Teil.

Im tänzerischen Finale lebt der Dirigent mit und kann die Lebensfreude an das Orchester weitergeben. Wenn die Stolpersteine für Finger und Zunge gemeistert werden, können die Experten einen guten Bericht geben. Ferien in den Vereinigten Staaten inspirierten den Niederländer Eric Swiggers zum feierlichen aber virtuosen Konzertmarsch «Richmond Avenue» bei dem das melodische Trio im Stile Elgars fein interpretiert wurde.

Das dreistimmige «Tristar» des Innerschweizers Martin Imlig wurde durch die Tambouren sauber vorgetragen und musste wiederholt werden. Mit langhaariger Perücke erschien nach der Pause der Ansager Andi Schär, der mit humorvollen, aber informativen Worten durch das Programm führte. Schär kündete ein Medley aus dem Hippie-Musical «Hair» an. Die Musik der späten 60er-Jahre gefiel auch in der Blasmusikversion. Mit einer schönen Tenormelodie begann Mario Bürkis «Children of the Amazonas», wo wieder viele Taktwechsel bewältigt wurden.

Samba aus Brasilien

Auch im dreiteiligen Werk von Kees Vlak «Os passaros do Brasil» (Die Vögel Brasiliens) blieb man vorerst im Regenwald. Der erste Satz, den farbigen Vögeln gewidmet, zauberte eine veritable Urwaldstimmung in den Saal. Ein herrliches Flötensolo war darauf in «Pomba triste» zu hören, eine traurige Taube im langsamen Bossa-Nova Stil. Dass auch am Karneval allerlei «Vögel» zu sehen sind, zeigte der letzte Satz mit Schlagzeugsolo, glänzenden Trompeten und einem dynamisch alle Stufen durchlaufenden Samba.

Zwei junge Solisten waren darauf in «Just the Two of Us» zu hören. Zum Abschluss bewies «Cuban Sound» die ungebrochene Lebensfreude im Lande Castros.

Nach einer swingenden Zugabe und dem «Wangener Marsch» von Remo Boggio zeigte sich der neue Dirigent erleichtert und freute sich, dass die Wangener Musikanten so gut mitgemacht haben. Seine Feuertaufe hat er mit grossem Elan bestanden.