Es steht so gut wie geschrieben: Die Stadt Olten wird die Liegenschaft Aarauerstrasse 72 verkaufen. Zwei Interessenten haben seinerzeit ihre Kaufbereitschaft signalisiert, mittlerweile steht ein Bewerbender im Fokus. Dessen Namen will die Stadt nicht nennen, ebenso wenig den vorgesehenen Verkaufspreis.

Andere Zeiten

Im Zeichen des Entwicklungsprojekts Olten Ost wurde die Liegenschaft im Zeitraum 2010/2011 erstanden, um dem anvisierten Begegnungszentrum Cultibo, einem wesentlichen Teil der Quartierentwicklung, eine Heimstätte bieten zu können. Zwischenzeitlich aber hat vor allem der finanzielle Wind gedreht. Das Gemeindeparlament hatte die Unterstützungsbeiträge an die Lohnkosten des Begegnungszentrums im Zeichen des Sparkurses massiv beschnitten. 108'000 Franken jährlich (36'000 Franken Miete und 72'000 Franken Lohnkosten) waren dem Parlament zu viel.

«Sicher geschieht der vorgesehene Verkauf auch im Zeichen der Sparbemühungen» so Baudirektor Thomas Marbet. Aber der SP-Mann legt Wert auf den Umstand, dass dieses Geschäft ebenso im Zeichen einer liegenschaftspolitischen Neuorientierung steht. Der Stadtrat beabsichtige, sich von nicht betriebsnotwenigen Bauten zu trennen, so Marbet weiter. Dazu zähle eben die Liegenschaft an der Aarauerstrasse, auch wenn diese mal ein Schwerpunkt der Quartierentwicklung gewesen sei. Mit ein Verkaufsgrund: Die sichere Zukunft des Begegnungszentrums sei nach dem Parlamentsentscheid mehr als fraglich.

Marbet hält fest: «Der Stadtrat hat sich seinerzeit mit seinem Budgetentwurf voll und ganz hinter das Begegnungszentrum gestellt.» Das Parlament habe diese Notwendigkeit eben anders beurteilt. Und was die Verkaufsabsicht unter der neuen Liegenschaftsstrategie zusätzlich noch befeuert habe, sei der hohe Investitionsbedarf, den die Liegenschaft Aarauerstrasse 72 belaste.

Weiter kündigte Marbet an, dass in nächster Zukunft weitere Verkaufsangebote der Stadt publik würden. «Das Haus an der Aarauerstrasse ist diesbezüglich kein Solitär», so Marbet.