«Das Cultibo startete vor fünf Jahren als Experiment. Mittlerweile ist es stark gewachsen und es zeigt sich, dass es auf ein vorhandenes Bedürfnis auf der rechten Aareseite reagiert. Der heutige Erfolg ist den Quartierbewohnern zu verdanken, welche das Cultibo zum lebendigen Treffpunkt machen. Deshalb bin ich überzeugt, dass es weiterhin bestehen wird», zeigte sich Paul Dilitz, Präsident des Trägervereins, optimistisch.

Lebendiges Fest

Entsprechend lebendig war die Geburtstagsfeier unter dem Motto «Alle an einen Tisch» am Samstagnachmittag. Menschen aller Kulturen und Sprachen kamen am langen Tisch zusammen, den Helfer des Cultibo auf der Engelbergstrasse aufgestellt hatten. Die Kinder konnten sich schminken lassen, Figuren aus Gemüse schnitzen, Büchsen werfen oder sich mit den zur Verfügung gestellten Spielsachen austoben Vor dem Cultibo war mit Hotdogs, Suppe, Crèpes und Getränken für das leibliche Wohl gesorgt. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die dreiköpfige Band «MiSonJazz 3». Die Ikubo las eine Kindergeschichte in fünf Sprachen vor.

Im Innern des Cultibo stand ein internationales Dessertbuffet bereit, welches neben der schweizerischen Kuchenauswahl unter anderem auch libysches, nigerianisches und arabisches Gebäck beinhaltete. «Ich komme drei Mal pro Woche ins hierher und helfe auch mit», so Samar Gubran aus Jemen, die beim Verkauf der Süssigkeiten mithalf. Sie lebt seit sechs Jahren in der Schweiz. «Mir gefällt das Cultibo super. Als ich hierher kam, verstand ich kaum Deutsch. Dank den Treffs hier spreche ich es jetzt viel besser.»

Ein Highlight war die Vorführung von indischem Kindertanz. Die bunt gekleideten Kinder vermochten mit ihrer Choreografie zu typischen Bollywoodklängen die Zuschauer mitzureissen. Im Innern des Cultibo wurde eine Ausstellung von Geschichten rund ums Cultibo gezeigt, darunter einige Porträts von Migranten, welche im Cultibo einen willkommenen Treffpunkt gefunden hatten.

Wey will Fortbestand sichern

Auch Oltner Stadtpräsident Martin Wey fand viele lobende Worte für das Cultibo. Es sei ein deutlicher Mehrwert für das Quartier und ein Vorzeigeprojekt für Integration und Begegnung entstanden. «Das Cultibo ist ein Kraftort, der die Menschen aller Kulturen zusammenbringt.» Zwar laufen die Leistungsverträge der Stadt, welche die finanzielle Unterstützung des Cultibo regeln, Ende Jahr aus. Martin Wey betonte aber in seiner Ansprache, dass er und der Stadtrat sich trotz finanziell schwieriger Situation für die Unterstützung und den Fortbestand des Cultibo einsetzen wollen. Er hob insbesondere die ehrenamtliche Arbeit des Trägervereins und aller Helfern des Cultibo hervor, ohne die das Projekt nicht möglich wäre.