Rhaban Straumann sitzt leger gekleidet am Tisch und fährt mit der Hand über seinen Bart. Er lächelt entspannt, scheint bereit. Bereit, gutes Theater zu präsentieren. Genauso bereit scheint das Theaterstudio selbst.

Die Requisiten warten nur darauf, in Szene gesetzt zu werden. Auf die Frage, wie er sich so kurz vor seiner Schweizer Premiere des Theaterkabaretts fühlt, antwortet Rhaban Straumann selbstsicher: «Wir sind bereit. Das Try-out vor Testpublikum ist gut verlaufen, lediglich zwei kleinere Änderungen mussten im Anschluss vorgenommen werden.»

Weiter fügt er an, dass das Stück bereits im Kopf sei und jetzt lediglich noch die Phase folge, in der es «im Bauch ankommen muss».

Langjährige Begleiter

Satire und Komik begleiten Straumann schon lange. Er scheint in dieser künstlerischen Sparte zu Hause zu sein. Seiner Ansicht nach sind er und Kollege Kunz aber trotzdem sehr gesellschaftspolitisch denkende Menschen.

Diese zwei Gegensätze dem Publikum auf humorvolle Art als Satire-Cocktail zu servieren, sei alles andere als einfach. Er betont:« Es ist nicht in unserem Sinne, einer pädagogischen Linie zu folgen.

Dem Publikum in den Theaterstücken den sogenannten Spiegel vorhalten und Moralvorstellungen predigen; das möchten wir auf alle Fälle vermeiden.» Zudem solle der Zuschauer ja schliesslich zum Lachen und gleichzeitigen Nachdenken gebracht werden.

Eine Abrechnung

«Milchbüechlirächnig» – sei es eine Abrechnung mit dem eigenen Leben, dem «Räppele» in der heutigen Gesellschaft oder mit dem penetranten Telefonterror von Callcenter in Altersheimen: Thematisiert wird, was nun mal heutzutage passiert.

Auch wenn Rhaban Straumann davon erzählt, dass bei vorherigen Theateraufführungen schon mal Zuschauer die Vorstellung vorzeitig verliessen. Die Motivation leide nicht darunter, ganz im Gegenteil.

Auf die Frage, wie er mit negativen Reaktionen des Publikums umgehe, meint er erprobt: «Die Zensur wird durchs Publikum betrieben. Dies ist nun mal die Gratwanderung, auf der wir uns bewegen, dies ist der Weg der Satire. Manche mögen es, andere eben nicht».

Trotzdem: Rhaban Straumann steht vollkommen und ohne Kompromiss hinter seinen Geschichten oder vielmehr, seiner Leidenschaft. Dieser Enthusiasmus scheint definitiv sein persönlicher Erfolgsgarant zu sein.

«Milchbüechlirächnig» scheint vielversprechend. Der bekannte rote Faden, die Nostalgie und das Ankratzen von Tabuthemen, die man im Alltag nur selten zur Sprache bringt, sind Faktoren einer Story mit grossem Potenzial.

Rhaban Straumann und Matthias Kunz zeigen als Duo Strohmann-Kauz ihr neues Theaterkabarett als Schweizer Premiere. Ein satirischer Roadmovie mit den beiden kultigen Senioren Ruedi & Heinz.

Zusatzvorstellung: Strohmann-Kauz «Milchbüechlirächnig» am Sonntag, 25. Oktober, 20.15 Uhr.

www.theaterstudio.ch, 062 212 40 10.