Das erste Buchfestival mit 59 Veranstaltungen in 20 Lokalitäten ist über die Bühne. Die Organisatoren ziehen ein positives Fazit. «Es ist gut bis sehr gut gelaufen. Von einem vollen Erfolg zu sprechen, ist noch etwas verfrüht», sagt Buchfestival-Präsident Georg Berger auf Anfrage. Die Besucherzahlen werden derzeit erhoben. «Nach den uns vorliegenden Angaben sind wir aber sehr zufrieden.»

Trotz des «über den Erwartungen» liegenden Starts gäbe es noch in einigen Punkten Verbesserungspotenzial. Dazu soll nun eine Umfrage bei den Veranstaltern Klarheit bringen. Diese Kritik soll auch in die Planung des nächsten Buchfestivals einfliessen. Die Organisatoren haben bereits vor der ersten Auflage bekannt gegeben, dass es nächstes Jahr eine Fortsetzung geben wird, die vom 15. bis 18. November stattfindet.

Für die Bücherschau in der Schützi war dieses Jahr die Buchhandlung Lüthy aus Solothurn verantwortlich – wie schon bei den zehn Ausgaben der Buchmesse im Stadttheater. Das Fazit ist durchzogen. «Wir haben wesentlich weniger Umsatz gemacht als im Stadttheater», sagt Fred Stähli, der von mittags bis mitternachts den Stand gehütet hat. Trotzdem will er nach der ersten Ausgabe des Buchfestivals nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Am Sonntag sei es sehr gut gelaufen – Veranstaltungen brachten Leute in die Schützi. «Am Freitag gab es keine, daher hatten wir kaum Leute», sagt Stähli. Das müsse sich bei der nächsten Ausgabe ändern.

Auch die langen Öffnungszeiten bis 24 Uhr oder das bisher nicht vorhandene kulinarische Angebot müssten aus seiner Sicht überdacht werden. Den Aufwand zu verringern, indem weniger Bücher für den Verkauf angeboten werden, ist für Stähli keine Option. Es sei zwar ein «Riesenaufwand», aber die Bücherschau darf nicht kleiner sein, damit die Leute einen Anreiz hätten zu kommen, sagt der Leiter Sortiment & Einkauf bei der Buchhandlung Lüthy. Zudem würden sich immer auch die Bibliotheks-Verantwortlichen an solchen Anlässen mit den Neuerscheinungen eindecken, weil die Bücher frontal mit dem Umschlagsbild und nicht nur mit dem Buchrücken präsentiert werden.

Veranstalter stossen an Grenzen

Ein Punkt, der sicher noch zu Diskussionen führen wird, ist das Nebeneinander von Anlässen. Am Samstagabend liefen etwa fünf Veranstaltungen gleichzeitig. «Coq d’Or»-Betreiber Daniel Kissling würde in diesem Fall «stärker ins Programm eingreifen und es besser strukturieren».

Er könnte sich etwa vorstellen, dass Veranstaltungen nur zu gewissen Zeiten beginnen dürften, etwa um 18 Uhr und dann erst wieder um 20 Uhr, damit ein Interessierter beides besuchen kann. Kissling regt zudem einen Festivalpass an, damit die Besucher nicht für jede einzelne Veranstaltung ein Ticket lösen muss. Damit will er zugleich eine Diskussion auslösen, ob es wirklich sinnvoll ist, so viele Anlässe gratis anzubieten.

Alle angefragten Veranstalter, die neben dem Buchfestival-Organisationsteam für einige der 59 Anlässe besorgt waren, äussern sich aber grundsätzlich positiv zum Buchfestival und wollen nächstes Jahr wieder dabei sein. Auch die Buchhandlung Klosterplatz, die insgesamt 8 Veranstaltungen in den eigenen Lokalitäten und extern organisiert hat. Ob Inhaber Christian Meyer nächstes Jahr wieder so vieles auf die Beine stellt, ist allerdings noch offen. «Wir sind in diesem Jahr an unsere Grenzen gekommen, auch logistisch.» Am Samstag sei bei den vier Veranstaltungen in der Buchhandlung der obere Stock vollständig besetzt gewesen.

Ebenfalls keine Luft mehr nach oben hatte die Jugendbibliothek. «Beim Buchstart-Anlass für Eltern mit Kleinkindern bis zwei Jahren hatten wir noch nie so viele Leute», sagt Leiter Roland Hochstrasser. 40 Personen zwängten sich ins Parterre beim Stadthaus. Auch der neu lancierte Workshop Schreibwerkstatt für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren kam mit 16 Personen gut an. Es hatte sogar jemand aus Niederlenz AG dabei.

Interview mit Satiriker Andreas Thiel

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Interview mit Satiriker Andreas Thiel am 1. Buchfestival Olten