Kompost
Das Aus für den Quartierkompost Zelgli ist Tatsache

Um Platz für einen Spielplatz zu schaffen, tragen Bagger nun die Gartenerde bei Oltner Sälischulhaus ab. Kompostgruppe ist enttäuscht.

Drucken
Teilen
Die Gartenbeete auf dem Areal des Sälischulhauses verschwinden.

Die Gartenbeete auf dem Areal des Sälischulhauses verschwinden.

zVg

Der Quartierkompost Zelgli wurde am 1. Dezember 1990 von Alt Nationalrätin Ursula Ulrich im Rahmen der nationalen «Kompost-Offensive» eröffnet. Während 30 Jahren haben Mitglieder des Oltner Community Projekts «Kompostplatz Zelgli» in gemeinnütziger Arbeit Grünabfälle aus der Nachbarschaft in wertvollen Kompost verwandelt.

Dies hat nun ein Ende. Aus dem Areal wird ein Spielplatz für die Kindergärten und die Schülerinnen und Schüler der Unterstufe. Mit der Petition «Erhalt des Quartierkomposts Zelgli inkl. 50 Prozent der dortigen Pflanzgärten» wehrte sich die Kompostgruppe Zelgli, welche auf dem Areal der Schule Säli den Kompostplatz mit Schrebergärten betrieb, gegen den Entscheid des Stadtrats und der Schule. Die Petition forderte als Kompromiss, dass die Hälfte der ursprünglichen Fläche des Gartens weiterhin als solcher genutzt werden darf.

15 Prozent der Fläche bleiben Kompostplatz und Garten

In darauffolgenden Gesprächen zeigt sich die Gruppe schliesslich bereit nur 15 Prozent der ursprünglichen Fläche weiterhin als Kompostplatz und Pflanzengarten benutzen zu dürfen. Ohne Erfolg. Der Stadtrat schreibt in seiner Antwort auf die Petition: «Der soziale und ökologische Wert der Arbeit der Kompostgruppe steht ausser Frage.» Eine künftige Bewirtschaftung im gewünschten Ausmass sei jedoch nicht mit den Bedürfnissen der Schule zu vereinbaren.

Der schönste Teil der Anlage des Schulareals solle «nicht nur den 17 ehrenamtlichen Tätigen, sondern 240 Schulkindern und deren Lehrpersonen zugänglich gemacht werden.» Eine künftige Bewirtschaftung im gewünschten Ausmass sei nicht mit den Bedürfnissen der Schule zu vereinbaren.

Die Kompostgruppe Zelgli weist das Argument in einer Medienmitteilung zurück. Dass der Stadtrat von kostenloser Gartenfreude spreche, sei «irritierend und falsch». Sie habe das Schulgartenareal in den 30 Jahren unterhalten, fachgerecht bearbeitet und in einen blühenden Garten verwandelt. Dieses in Jahrzehnte aufgebaute Biotop werde nun zerstört.

Enttäuschung über Vorgehen der Verwaltung

Die Gruppe reagiert zwar verständnisvoll auf das Projekt der Schule und dem Bedürfnis nach einem Spielplatz. Aber: «Der Verlust des Kompostplatzes und der Gemüsebeete trifft die Freiwilligen hart, da sie viel Arbeit, Knowhow und Herzblut investiert haben.»

Doch noch stärker enttäuscht zeigen sie sich über das Vorgehen der städtischen Verwaltung. Die Gruppe sei weder über das geplante Aus des Quartierkomposts informiert, noch in die Planung mit einbezogen worden. Ausserdem seien auch keine alternativen Standorte für den Quartierkompost und die dazu gehörenden Gärten evaluiert worden.

Das widerspreche der Aussage des Stadtrats, der in seiner Antwort auf die Petition schreibt, dass Alternativstandorte für die Kompostgruppe auf dem Areal im Rahmen eines Gespräches geprüft worden seien, wobei aber kein vergleichbarer Standort hätte gefunden werden können. (mgt/rer)

Aktuelle Nachrichten