Fulenbach
Das Areal der Alten Chäserei wird zu einem Kunstobjekt

Nachdem die erste FrauenArt-Ausstellung vor zwei Jahren so erfolgreich war, findet diesen Sommer die zweite Ausgabe statt. Ein erstes Treffen der teilnehmenden Künstlerinnen fand dieses Wochenende statt.

Karola Dirlam-Klüh
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Geballte FrauenArt-Power in Fulenbach: die Künstlerinnen mit Initiantin Claudia Brander (vorne 2.v.l.)

Geballte FrauenArt-Power in Fulenbach: die Künstlerinnen mit Initiantin Claudia Brander (vorne 2.v.l.)

Karola Dirlam-Klüh

Nach dem grossen Erfolg der ersten FrauenArt-Ausstellung im Sommer 2012 wagt sich die umtriebige Organisatorin, Künstlerin und Besitzerin der Alten Chäserei Claudia Brander nun an die Fortsetzung: Am 16. und 17. August wird sie mit rund 20 Künstlerinnen aus der Region die zweite FrauenArt durchführen. Ein erstes Treffen fand am Wochenende in der Alten Chäserei statt.

Etwas aufgedreht und aufgeregt betritt eine Künstlerin nach der anderen die Alte Chäserei. Alle freuen sich auf die erste Besprechung. Es wird geredet und gelacht, man stellt sich vor, erklärt und erzählt. Die Stimmung ist von Anfang an herzlich und ausgelassen. Man spürt die Kreativität, die die Künstlerinnen ausstrahlen.

Weitere Termine:

• 30. Juni bis 2. Juli: Weidenart-Workshop;
• 18. Juli: Vernissage «The Pink Opening», Alte Kirche Härkingen;
• 16./17. August: FrauenArt, Alte Chäserei Fulenbach;
• 16. August, 11 Uhr: Networking-Apéro;
• 16. August, ab 18 Uhr: Kunstnacht.

«Bei der zweiten FrauenArt wollen wir viel Neues bieten», erzählt Claudia Brander. Deshalb habe sie auch die Gruppe der Künstlerinnen neu zusammengesetzt: Während die Hälfte von ihnen – nämlich Judith Nussbaumer, Nadja Lerch, Patricia Müller, Pierrette Müller, Judith Sauthier, Emanuella Bottana, Sabina Schwaar, Silvia Plüss, Barbara Bösch und Alexa Kley – bereits vor zwei Jahren dabei war, ist die andere Hälfte – Valentina Cantor, Doris Althaus, Daniela Müller, Ursula Steiner, Silvia Glanzmann, Susanne Lemberg, Lotti Walti, Marietta Meier und Suzanne Castelberg – neu dazugekommen.

Ein Gesamtkunstwerk

Gemeinsam wollen sie das Areal der Alten Chäserei zum Kunstobjekt gestalten. Dabei trägt jede Künstlerin mit ihrem speziellen Können und eigenen Inszenierungen zum Gesamtkunstwerk bei: Silvia Glanzmann kreiert aus Alteisen bunt-fröhliche Skulpturen, Nadja Lerch macht Figuren aus Holzmasse.

Patricia Müller stellt Papier selbst her und fertigt daraus die verschiedensten Objekte. Ursula Steiner widmet sich der Acrylmalerei, Doris Althaus ist Keramikerin. Judith Nussbaumer hat sich der abstrakten Malerei verschrieben, macht aber auch Objektkunst.

Valentina Cantor malt Frauenköpfe auf Marmor, Barbara Bösch ist Bildhauerin, und die Kunst- und Theaterpädagogin Lotti Walti findet es spannend, darstellende und bildende Kunst zu vereinen. Emanuella Bottana macht Mosaik, Susanne Lemberg malt und fotografiert, Marietta Meier zeichnet, beschäftigt sich mit Druckgrafik und macht Figuren aus Recyclingmaterial.

Sabina Schwaar malt mit Asche und Pigmenten, Silvia Plüss erstellt Keramikskulpturen und Suzanne Castelberg kreiert aus Karton Objekte und Rauminstallationen und spielt Schlagzeug. Judith Sauthier arbeitet mit Plexiglasplatten, Daniela Müller und Pierrette Müller sind Steinbildhauerinnen und Alexa Kley inszeniert Weidenobjekte. Claudia Brander selbst wird an der FrauenArt einige Arbeiten zum Thema «Pink Bikini» umsetzen.

Installationen und Networking

Doch das ist noch nicht alles: «In diesem Jahr wird die Kunst auch die gegenüberliegende Strassenseite erobern», verrät Claudia Brander. «Um die Alte Chäserei herum werden zusätzlich 20 freie Projekte und Installationen der Künstlerinnen entstehen.»

Besucher der zweiten FrauenArt erwarten somit nicht nur besondere Fahnen an den Strassenlampen, sondern auch «Pink Panther», ein pink beleuchteter Kirchenturm, weisse Kunst aus Kunststoff, ein goldenes Vlies und ein sechs Meter grosser Bikini als Sitzkissen.

Und auch das Rahmenprogramm wurde ausgebaut: Am Samstagmorgen lädt FrauenArt mit einem Networking-Apéro und einem Forum zu einem Treffen der regionalen Kulturschaffenden ein. «Auch Kulturschaffende sollen sich treffen und vernetzen können», meint Claudia Brander.

Neu gibt es auch eine «Art-Stage» – «eine neue Plattform für Musik, Lesung, Tanz, Theater und Kleinkunstschaffende, die Raum zum Experimentieren lässt», erklärt Claudia Brander.

Das Programm sei noch nicht ganz fertig; bisher haben die folgenden Künstler zugesagt: die Solothurnerin Saxophonistin und Flötistin Francesca Meyer, Brigitte Neuhäusler mit Newbridge aus Olten, Eli Born aus Fulenbach mit Born for Blues, Fabienne Hoerni aus Olten, die Frauenband Gibberish aus Biberist, der Frauenchor Happysingers aus Fulenbach, die Theaterfrau Lotti Walti mit einer Geschichte für Kinder und die Bauchtänzerin Irene Gygax aus Glashütten von der Tanzschule Erini.

Mystische Stimmung

Zudem wird es am Nachmittag Kunstführungen durch die Ausstellung geben und auch der Kunstkiosk mit Kunstkarten und kleinen Objekten wird wieder geöffnet sein. Die neue «Art@Work»-Plattform soll dem Publikum einen Einblick in die Entstehung der Kunstwerke geben. An vier Arbeitsplätzen – Keramik, Mosaik, Figuren- und Steinbearbeitung – geben die Künstlerinnen einen Einblick in ihren Arbeitsalltag. Dazu kommen auch einige Workshops für Erwachsene und Kinder. Der erste Workshop startet bereits Ende Juni mit der Weidenart-Künstlerin Alexa Kley.

«Das Highlight der Ausstellung wird die Kunstnacht am Samstagabend», schwärmt Claudia Brander. Mit Licht und Musik soll eine besondere Atmosphäre geschaffen werden. «Durch die Beleuchtung des Kirchturms, der Häuser und der Kunstobjekte, umrahmt von Newbridge, Blues und Bauchtanz, wird die Stimmung mystisch sein», ist sie sicher.

Weitere Infos gibts im Internet unter www.frauenart-event.ch

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