Walterswil

Das Alemannenhaus soll wieder aufleben – Besitzer wollen Renovation

Voller Ideen fürs alte Haus: Angelica Vionnet und Jürg Minder mit Hündchen «Happy»

Voller Ideen fürs alte Haus: Angelica Vionnet und Jürg Minder mit Hündchen «Happy»

Die neuen Besitzer renovieren das ehemalige Kulturzentrum des Dorfes. Mit dem baufälligen Gebäude haben sie so Einiges vor. Feiern mit Musik der 60-er und Vernissagen sind nur zwei der Ideen der Partner.

Im Walterswiler Alemannenhaus tut sich was: Am Wochenende wird fleissig gearbeitet im Haus mit dem grossen Dach. Jürg Minder (Grasswil BE) und Angelica Vionnet (Würenlos AG), die es im Juni 2013 gekauft haben, sind daran, das alte Gebäude am Südrand des Dorfes wohnlich einzurichten und auch für das Publikum zugänglich zu machen.

Unter seinem vormaligen Besitzer Albert Schumacher und seinen Nachkommen war das Alemannenhaus in der Region Olten-Zofingen ein Begriff als Begegnungs- und Kulturzentrum. Vernissagen von Bilderausstellungen fanden dort statt, ebenso Konzerte. Die Gemeinde Walterswil lud zu Neujahrsapéros oder Vereidigungen von Behördenmitgliedern ins älteste Haus.

Seit etwa 10 Jahren aber wurde es still ums Alemannenhaus. Nur der Wegweiser an der Hauptstrasse erinnerte sichtbar an den einstigen Treffpunkt.

Klassisches Baumerkmal: Der vom Boden bis zum First reichende Hochstud.

Klassisches Baumerkmal: Der vom Boden bis zum First reichende Hochstud.

Wohnen, Kultur und Besenbeiz

Jetzt haben Angelica Vionnet und Jürg Minder begonnen, das Haus an der Lischmattstrasse 2 zu renovieren. Wohnen ist zurzeit noch kaum möglich – zu schlecht ist der Zustand. Vor allem fehlt es an Heizung und Isolation. Bald nach dem Kauf mussten sie den Grundbalken an der Wetterseite durch Zement ersetzen und andere Arbeiten vornehmen, um dem Zerfall zu wehren. «Ganz klar: Dieses Haus ist eine Liebhaberei», sagt der gelernte Marketingplaner Jürg Minder, der aus einer Zimmermanns-Familie stammt und selber sechs Jahre auf dem Bau gearbeitet hat.

Doch die beiden haben mit dem Haus noch mehr vor. Ganz im Sinn der vorherigen Besitzer soll das Alemannenhaus wieder ein Kulturzentrum werden, mit dem Angebot einer Kleinrestauration von Freitag bis Sonntag: «Eine Besenbeiz mit einem einfachen und günstigen Angebot», strahlt Angelica Vionnet, «Ghackets und Hörnli muss es geben!»

Im Gespräch sprühen sie und ihr Partner nur so vor Ideen für das Haus: «Vernissagen, Brocante-Märkte, private Feiern, Musik der 60er- und 70er-Jahre, Fondue- und Raclettestübli.» Und in der ehemaligen Rauchküche soll es ein Raucher-Stübli geben.

Hier gibts noch viel zu tun: In der grossen Wohnstube, wo dereinst auch Gästeeinkehren sollen, muss erst mal der Boden isoliert werden.

Hier gibts noch viel zu tun: In der grossen Wohnstube, wo dereinst auch Gästeeinkehren sollen, muss erst mal der Boden isoliert werden.

Die beiden haben sich in der Partyszene kennen gelernt: Minder war an den Techno-Partys in Roggwil beteiligt, Vionnet organisierte die ersten Ü25-Partys in Baden. Später führten sie gemeinsam den Pascha-Club in Bützberg. Im Alemannenhaus soll es nun ruhiger zu- und hergehen. Auch zeigen sich die beiden gewillt, mit den Nachbarn ein gutes Einvernehmen zu pflegen. Die Parkplatzfrage wurde in Absprache mit der Baukommission geregelt.

Ein Stolz des Dorfes

Bis Ende Jahr, so die optimistische Hoffnung, könnte das Alemannenhaus seinen Betrieb aufnehmen. Bis dahin wartet noch viel Arbeit. Aber Jürg Minder und Angelica Vionnet wollen sich Zeit lassen. Mehrere Walterswiler hätten ihnen gesagt, dass sie sich über den Erhalt des Alemannenhauses und die Aussicht auf eine Wiedereröffnung freuten. «Wir haben gespürt: Das Haus ist ein Stolz der Gemeinde.»

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