Eigentlich hätte es ein Freudentag werden sollen bei der Ludothek Olten am Rötzmattweg 8, als der Spielverleih für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene am Samstag seinen Tag der offenen Tür, den Umzug vom zweiten Stock ins Parterre und gleichzeitig auch sein 35-Jahr-Jubiläum feiern wollte.

Und alles stimmte auch am gut besuchten Tag in den neu geschaffenen, optimalen Vereinsräumlichkeiten. 1979 in Olten gegründet, leihen heute hier 12 Frauen und zwei engagierte Jugendliche gegen 2000 Spiele und Spielsachen an dauernd rund 250 Benutzerfamilien aus Olten und der Region aus. Dies gegen einen einmaligen Jahresbeitrag und eine jeweilige kleine Ausleihgebühr pro Spielzeug.

Nach einmonatiger Umzugspause sind die Räumlichkeiten der Ludothek – eingemietet in einer städtischen Liegenschaft – seit Ende Februar neu im Parterre zu Hause – bei minimal weniger Raum sind hier die Spiele aber laut Präsidentin Iris Eichelberger dank räumlicher Abtrennung nach Spielen und Altersgruppen besser zugänglich.

Und dennoch – die Freude war Iris Eichelberger und ihrem Team keinesfalls von den Augen ablesbar. Denn der kurz vor dem Fest von der Stadt erhaltene Bescheid, dass der Verein ab 2015 auf die 10 000 Franken Betriebsbeitrag und auf die 16 000 Franken an die Mietkosten verzichten muss, ist für den Verein eine Hiobsbotschaft.

Eben erst neu eingezogen und von all den freiwilligen Helfern in Hunderten von Stunden liebevoll hergerichtet, sei man ob dieser Nachricht im Verein geschockt und sozusagen fast erstarrt, so Iris Eichelberger, die sogar von einem möglichen Todesstoss für die Oltner Ludothek spricht.

Dieser Entscheid mache ihr deutlich, dass die Stadt anscheinend keine Ludothek mehr wünsche; anders könne sie sich auch in Anbetracht der ihr bekannten Sparbemühungen der Stadt dieses Vorgehen nicht erklären. Wie es nun weitergehen soll, muss zuerst noch analysiert werden. «Die weggefallenen 10 000 Franken Betriebsbeitrag hätte man vielleicht noch auffangen können», meint die Präsidentin.

Man sei ja auch bereit zu sparen im Rahmen der Möglichkeiten. Doch die weiteren 16 000 Franken, die nun die Stadt für die Miete nicht mehr erlässt, seien happig. Noch ist keine Idee vorhanden, wie dieses Loch gestopft werden kann. Nur eines ist Iris Eichelberger – und vielen Helferinnen und Besuchern vor Ort klar: Hier geschehe das Sparen bei der Stadt nun ganz klar auf Kosten der Kinder und Familien. Und es mache die Stadt unattraktiver.