Olten
Darum gibts keine grünliberale Kandidatin für den Stadtrat

Die grünliberale Kantons- und GemeinderätinBeatrice Schaffner hat sicheine Stadtratskandidaturlange überlegt. Aus zwei Gründen tritt sie nun trotzdem nicht an.

Fabian Muster
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Die 52-jährige Beatrice Schaffner istdie zehnte Stadtrats-Kandidatur. Zvg

Die 52-jährige Beatrice Schaffner istdie zehnte Stadtrats-Kandidatur. Zvg

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«Ich werde nicht für den Oltner Stadtrat kandidieren», sagte die grünliberale Kantons- und Gemeinderätin Beatrice Schaffner gestern auf Anfrage mit etwas verunsicherter Stimme. Zwei Tage davor hatte es noch hoffnungsvoller getönt: «Ob ich kandidieren werde oder nicht, da könnte ich schlussendlich eine Münze werfen», sagte die 52-Jährige.

Das Amt würde sie sehr interessieren, aber sie sei in dieser Sache aus ihrer Sicht «äusserst entscheidungsschwach». Sie wäre von ihrer Partei vorbehaltlos unterstützt worden, wie Amteipräsident Hansueli Lerch bestätigt.

Ein Grund, wieso sie nun trotzdem nicht antritt, ist das teilamtliche Stadtratsmandat von 30 Prozent. «Als Kantons- und Stadträtin könnte ich nur noch höchstens 50 Prozent arbeiten.» Und ihren Job als spezialisierte Ingenieurin im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien bei einer grossen Ingenieurunternehmung könne sie nicht «auf so kleiner Flamme weiterziehen».

«Ich könnte die Ansprüche in meinem Job gar nicht mehr erfüllen», sagt die heute in einem 80-Prozent-Pensum angestellte Schaffner. In ihren Augen müsste das Stadtratsmandat mindestens 50 Prozent umfassen, damit die Rechnung bei einer allfälligen Wahl als Stadträtin und Wiederwahl als Kantonsrätin aufgehen würde.

Zudem: «Das 30-Prozent-Teilamt ist unglücklich, weil dann nicht klar ist, ob der Stadtrat den Direktionsleiter führt oder umgekehrt.»

Eine Diskussion, die nicht ganz neu ist: Bei einer Umfrage diesen April bei den amtierenden Stadträten gab unter anderem SP-Mann Peter Schafer an, dass er mit seinem Mandat, falls Unvorhergesehenes und Repräsentationen dazugezählt würden, auf ein 50-Prozent-Pensum komme.

Er hielt aber auch fest: «Die Entschädigung entsprechend dem Pensum zu erhöhen, dürfte derzeit politisch schwierig durchzusetzen sein.» Ähnlich sah es sein Parteikollege Thomas Marbet.

Der zweite, und vielleicht entscheidende Grund, wieso Schaffner nun doch nicht in den Ring steigt, ist die politische Ausgangslage: «Wäre die Grüne Iris Schelbert nicht mehr angetreten, hätte ich sicher kandidiert, weil ich mir dann gute Chancen ausgerechnet hätte.»

Zwar gibt es jetzt mit dem nicht mehr antretenden Peter Schafer auch eine Vakanz, aber in ihren Augen hat die SP wegen ihrer Parteienstärke zwei Sitze im Fünfergremium verdient.

Der andere Grünliberale-Vertreter im Gemeindeparlament, Christian Ginsig, hält auf Anfrage fest, dass für ihn eine Kandidatur vor allem aus beruflichen Gründen ebenfalls nicht infrage komme.

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