Olten

Darum baut die Swisscom in Olten ihr Call Center aus

Das Telekommunikationsunternehmen Swisscom setzt auf Olten, wo das grösste Call Center entsteht. Bruno Kissling

Das Telekommunikationsunternehmen Swisscom setzt auf Olten, wo das grösste Call Center entsteht. Bruno Kissling

Die Stadt Olten ist grosse Profiteurin der Restrukturierung bei der Swisscom: Statt dass Stellen wegfallen, werden neue geschaffen. Grund dafür ist Oltens zentrale Lage. Die Behörden sind erfreut.

Die Hiobsbotschaft der Swisscom, bei der es im Rahmen einer Restrukturierung im schlimmsten Fall zu 700 Kündigungen kommen soll, trifft für Olten nicht zu. Im Gegenteil: Olten ist die grosse Profiteurin der Restrukturierung. In der Dreitannenstadt soll das landesweit grösste Call Center des Schweizer Telekommunikationsunternehmens entstehen – mit rund 700 Arbeitsplätzen. 

Standortstruktur anpassen

Im Rahmen des langfristig ausgerichteten Kostenmanagements sieht das grösste Telekommunikationsunternehmen der Schweiz Einsparpotenzial in der Anpassung der Call-Center-Standortstruktur sowie in der Produktion ihrer Dienstleistungen, wie Swisscom-Mediensprecher Armin Schädeli gestern Freitag gegenüber dieser Zeitung erklärte. Aufgrund ihrer zu geringen Grösse könnten nämlich einige der gegenwärtigen 14 Call-Center-Standorte nicht mehr rentabel geführt werden. Aus Sicht der Mitarbeitenden sei dort keine optimale Betreuung durch Führungs- und Supportpersonal gewährleistet, zum Beispiel gebe es keinen Teamleiter vor Ort. Deshalb werde von heute 14 auf 8 Standorte reduziert.

Verdoppelung der Mitarbeiterzahl

Die sechs Standorte Basel, Bern, Genf, Luzern, Rapperswil und Zürich würden etappenweise bis Ende 2016 geschlossen. Mit rund 700 Beschäftigten werde Olten das mit Abstand grösste Call Center sein, meinte Schädeli weiter. Derzeit beschäftigt das Call Center der Swisscom in Olten rund 330 Personen. Das bedeutet: Durch die Restrukturierung kommt es am Standort Olten zu einer Verdoppelung der Mitarbeiterzahl. Für Olten habe vor allem die gute Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr gesprochen, stellte Schädeli fest. Das sei insbesondere für ein Call Center, das überdurchschnittlich viele Teilzeitangestellte beschäftige, sehr wichtig. Das Call Center Olten sei Anlaufstelle für telefonische Erstkontakte betreffend administrativer Anliegen und für aufwendige Kundenanliegen im technischen und administrativen Bereich, bei Rechnungs- und Mahnungsanfragen, im Beschwerdemanagement sowie für KMU-Support für Standardangebote und Lösungsgeschäfte.

Gefragte Zentrumsstadt

Der mit einer Restrukturierung einhergehende Stellenabbau bei der Swisscom sei zu bedauern, unterstrich der Oltner Stadtpräsident Martin Wey. Umso erfreulicher sei, dass der Standort Olten nicht betroffen sei und sogar massiv ausgebaut werde. Zu diesem Entscheid hätten wohl massgeblich die Zentrumslage der Stadt Olten und die Nähe des Swisscom-Standortes zum Bahnhof beigetragen: «Einen besseren Standort gibt es für die Swisscom nicht.» Das Beispiel zeige, so Wey weiter, dass sich die Stadt Olten durch ihre Zentrumslage im Standortwettbewerb behaupten könne – auch gegen die Grosszentren Zürich, Basel und Bern, wo die Telekommunikationsfirma ihre Call Center schliesse.

Der Entscheid der Swisscom stärke das Profil der Stadt Olten als Zentrum für zentrale Dienstleistungen, betonte Wirtschaftsförderer Urs Blaser gegenüber dieser Zeitung. Die Zentrumsstadt Olten sei mehr denn je gefragt bei Dienstleistungsunternehmen aller Art, wenn es bei diesen um die Zusammenlegung von Standorten gehe. So würden in nächster Zeit auch ein Schweizerischer Sportverband sowie eine Schweizerische Stiftung mit derzeit mehreren Standorten und Geschäftssitz in Bern sich in Olten konzentrieren und je 30 bis 40 Arbeitsplätze in die Dreitannenstadt bringen. Die neuen Jobs wirkten sich bestimmt auch positiv auf den Wohnungsmarkt, das lokale Gewerbe und die Steuereinnahmen von Stadt und Region aus, ist Blaser überzeugt.

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