Olten

«Danach müssen wir über die Bücher»: Zukunft des Sonntagsverkaufs ungewiss

Markenzeichen: Der lange Tisch in der Hauptgasse (Bild aus dem Jahr 2011) Bruno Kissling

Markenzeichen: Der lange Tisch in der Hauptgasse (Bild aus dem Jahr 2011) Bruno Kissling

Der fünfte und vielleicht letzte verkaufsoffene Sonntag steht unter der Prämisse «Olten lacht», auch wenn lediglich 30 Geschäfte der Innenstadt ihre Pforten öffnen.

«Mein Lieblingswitz?» Klaus Kaiser, eigentlicher Vater des Oltner Sonntagsverkaufs, blickt auf die Frage hin einen Moment etwas unruhig in die Welt. «So einen gibts nicht», sagt er dann zögerlich. Aber dann erbarmt er sich des Fragenden und meint: «Einer, den ich wirklich noch gut fand, kursierte kürzlich in den Social Media. ‹Besser Pferdefleisch in der Lasagne als ein Esel im Regierungsrat.›» Kaiser lächelt. «Den fand ich nicht übel», wiederholt er. Das sei zwar kein eigentlicher Witz, aber immerhin.

Olten lacht

Die Idee, den kommenden Sonntagsverkauf mit der Prämisse «Olten lacht» zu versehen, stammt von Kaiser selbst. «Sie ist nicht so neu, ich hab sie vor einiger Zeit schon gehabt, aber irgendwie passte vorher halt nicht alles zusammen», sagt er. Gut zwei Dutzend Witze sind auf den ausgerufenen Wettbewerb bislang eingegangen. Damit sei er zufrieden, schiebt der Mann von der Suteria nach. Dreimal lassen sich die besten Witze, erzählt von Mazze Frehner, dem Betreiber von «Downstairs», am Sonntag in der Hauptgasse anhören; 11.30, 14 und 16 Uhr und jeweils zweimal im Sälipark, nämlich um 12.30 und 15 Uhr.

«Es ist gar nicht so einfach, jemanden zu finden, der die Kunst des Witzeerzählens kultiviert», sagt Kaiser noch. Für 200 Franken Gutscheine von Gewerbe Olten lassen sich beim Witzcontest gewinnen. Und dies erst noch im Sitzen, wenn man am mittlerweile traditionsreichen «langen Tisch» in der Hauptgasse Platz genommen hat und sich am Frühstück (Pino Beck), am Spargelrisotto (Bodega) oder den asiatischen Spezialitäten labt. Gluschtiges der Suteria rundet den «langen Tisch» ab.

«Über die Bücher gehen»

Der fünfte verkaufsoffene Sonntag steht also vor der Tür. Kaiser als Motor des ganzen Unternehmens sagt: «Danach werden wir über die Bücher gehen und prüfen müssen, ob unter den Detaillisten das Bedürfnis eines solchen Anlasses überhaupt gross genug ist.» Ihrer 30 unter ihnen sind auch diesmal wieder dabei. «Immer etwa dieselben», sagt Kaiser, der den Aspekt der Entspannung, des Geselligen, des Aussergewöhnlichen an diesem Sonntag in den Vordergrund rücken will. «Freude haben an denen, die ihr Geschäft geöffnet haben», rät er und blickt beschwörend gen Himmel. Denn der Publikumserfolg, das weiss der «Herr Suter von der Kaiseria», wie er an der letzten Banausiade genannt wurde, hängt auch vom Wetter ab. Ein paar Sonnenstrahlen und linde Lüfte, das ziehe die Leute in die Gassen, auf die Strassen. Dazu passt die Erfahrung, dass der verkaufsoffene Sonntag im Herbst jeweils besser besucht ist als jener im Frühling.

Dass der heurige verkaufsoffene Sonntag mit dem Weissen Sonntag und dem Schulferienbeginn zusammenfällt, dämpft die Erwartungen auch etwas. Aber für Kaiser ist klar: «Wir können nicht immer so viel Wetterglück haben wie seinerzeit im Frühling 2011, als schon fast sommerliche Temperaturen registriert wurden.» Er ist immerhin guten Mutes, dass es trocken bleibt. «Wenn es kühl ist, kommen die Leute einfach in den Laden», sagt er. Und sollte es regnen, dann wünscht sich Kaiser wohl viele Egons: Egons? Ja, unerschrockene Egons, wie sie im folgenden Witz erwähnt sind: «Zwei Bauern sitzen bei Hochwasser auf dem Dach der Scheune. Sie schauen auf das Wasser und sehen, wie eine Mütze vorbeischwimmt. Da sagt der eine: «Der Besitzer ist bestimmt ertrunken.» «Nee», sagt der andere, «das ist Egon, der mäht bei jedem Wetter ...»

Sonntag, 7. April, 11 bis 17 Uhr, verkaufsoffener Sonntag bei Sälipark und rund 30 Geschäften der Innenstadt

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