Turbulentes Rennwochenende in Dijon (FR) für den Hägendörfer Motorradfahrer Alain Schmid, der heuer seine erste Schweizer Meisterschaft in der Kategorie Supersport 600 absolviert: Im ersten Rennen vom Samstag musste er wegen eines Kupplungsschadens in der zweitletzten Runde aufgeben. Dabei begann das Rennen für ihn ausgezeichnet, konnte er sich doch mit einem guten Start in der ersten Runde mit Bestzeit gleich von seinem siebten Startplatz auf den fünften Platz vorkämpfen. Doch die Kupplung begann bereits ab der zweiten Runde zu streiken. Schmid kämpfte jedoch tapfer mit, musste aber dennoch in der zweitletzten Runde in die Box, sodass das Rennen für ihn gelaufen war.

«Damit muss man immer rechnen»

«Mit einem solchen Zwischenfall muss man im Motorradrennsport immer rechnen», kommentierte der 30-Jährige nach dem Rennen in der Box kurz und bündig das Geschehene. Unbeeindruckt davon fokussierte sich Schmid mit seinem Team darauf, die Rennmaschine für das nächste Rennen flott zu machen. Unter der Leitung von Chefmechaniker Patrick Schenker konnte der Kupplungsschaden rasch behoben werden, sodass Alain Schmid mit seiner Honda CBR 600RR gleichentags noch zum Langstreckenrennen antreten konnte. Zusammen mit seinem Kollegen André Lindemann (Lostorf), der ebenfalls in der Schweizer Meisterschaft der Kategorie Supersport 600 mitfährt, schauten 60 Runden heraus, was das drittbeste Resultat bedeutete.

Alain Schmid (links) in Dijon auf Verfolgungsjagd.

Alain Schmid (links) in Dijon auf Verfolgungsjagd.

Der zweite Renntag vom Sonntag begann für Alain Schmid wieder mit einem Zwischenfall, den seinen Boxen-Kollegen Joris Klostermann aus Basel in der Kategorie Superbike 1000 betraf. Auch dieser fiel nach gutem Rennverlauf in der vorletzten Runde aus dem Rennen – durch einen Sturz. Für ihn war es offenbar kein gutes Omen, dass das Rennen nach einer Panne mit einem Streckenfahrzeug in der Aufwärmrunde um zwei Stunden verschoben werden musste. Glücklicherweise überstand Klostermann den Sturz ohne Verletzung.

Suche nach der richtigen Balance

Schliesslich ging es um den zweiten Rennlauf von Alain Schmid. Er startete erneut auf Platz sieben und beendete das Rennen auf diesem Rang. Der Hägendörfer war mit dieser Leistung voll und ganz zufrieden: «Die Maschine ist zuverlässig gelaufen und ich konnte eine solide Leistung abrufen.» Er müsse noch das richtige Gefühl für den ganzen Rennverlauf finden, analysierte Schmid: «Ich fahre immer drauflos wie im Qualifying, weshalb es mir zuletzt etwas an Kraft und Konzentration mangelt.»

Er spüre von Rennen zu Rennen Fortschritte, auch in der Suche nach der richtigen Balance bei der Kräfteeinteilung. Deshalb ist Alain Schmid nach vier Rennen, die er in Valencia und Dijon absolviert hat, zuversichtlich für die nächsten acht Wettbewerbe, die in Brünn in Tschechien, auf dem Slowakiaring und in Dijon stattfinden. Guten Mutes ist Alain Schmid auch deshalb, weil er auf ein gutes Team bauen kann. Zu diesem gehört neben der Mechaniker-Crew mit Patrick Schenker, Lukas Schmid und Diego Aerni sowie Mentaltrainer Manuel Zuppiger auch seine Frau Janine, die ebenfalls eine Rennmaschine fährt – aber nur zum Plausch.

Mit Leidenschaft

Die Rennen in Dijon verfolgten unter anderem auch Alains Vater Thomas Schmid und Schwester Fabienne Schmid. Sie sind stolz auf die Renntätigkeit ihres Familienmitgliedes, das seit dem Teenageralter der Leidenschaft für den Motorradrennsport frönt. Ihnen ist klar, wie es Schwester Fabienne ausdrückte: «Für diesen Sport muss man ein wenig verrückt sein und etwas Benzin im Blut haben.»