Der Raum «Im Höfli» war nämlich noch bis September die Heimat der interkulturellen Bibliothek Olten (IKUBO). Neu mietet das Cultibo das im Nachbarhaus situierte Sitzungs- und Besprechungszimmer. Das Begegnungszentrum will damit seine seit rund einem Jahr bestehende Platzknappheit entschärfen. Denn in den letzten Jahren konnte das Cultibo die angemieteten Räume kaum noch für private Anlässe vermieten, womit gemäss Medienmitteilung «dringend benötigte Mieteinnahmen» fehlten.

«Das Cultibo steht finanziell stabil da», sagt Zentrumsleiter Christoph Wüthrich auf Anfrage. Es sei gegen Ende des Jahres immer eine ähnliche Rechnung. «Der Vorstand des Trägervereins muss den Restbetrag auftreiben, den die Stadt und der Kanton nicht decken», sagt er. Bei einem Budget von gegen 121'000 Franken kommen Stadt (75'000 Franken) und Kanton (ein jährlich variabler Betrag) für rund 90'000 Franken auf.

Das fehlende Geld erwirtschaftet das Begegnungszentrum mit Sponsoren- und Stiftungsgeldern sowie Mieteinnahmen und Mitgliederbeiträgen. Durch den Raum «Im Höfli» erhofft sich der Trägerverein diesbezüglich Entlastung. Er eröffnet dem Cultibo zusätzliche Möglichkeiten. «Wir streben im neuen Raum eine schwarze Null an, können aber unsere Hauptbasis häufiger für externe Anlässe vermieten und dadurch Zusatzeinnahmen generieren», sagt Christoph Wüthrich.

Seit Mitte Dezember zählt der Trägerverein 200 Mitgliedschaften. In seiner Medienmitteilung freut sich das Begegnungszentrum Cultibo, durch Mona MBarkis Mitgliedschaft diese Marke erreicht zu haben. Weil die Mitgliederzahlen jedoch nicht markant ansteigen, ist der Trägerverein auf Gelder aus der Vermietung angewiesen. Im Jahr 2015 verzeichnete das Cultibo bereits 190 Mitglieder. Der Grund für das langsame Wachstum ist trügerisch: Bis vor zwei Jahren mussten alle Deutschkursbesucherinnen und -besucher die Mitgliedschaft erwerben, was zu grosser Fluktuation führte. Mittlerweile nähmen die Mitgliederzahlen stetig zu, führt Christoph Wüthrich aus. Er ist seit anderthalb Jahren Zentrumsleiter und sagt lachend: «Ich habe das Gefühl, ich sei schon viel länger hier.»

«Unser Ziel ist es, den Betrieb auf diesem hohen Niveau zu halten», gibt Christoph Wüthrich zu verstehen. Die Besucherzahlen dürften sich 2017 im ähnlichen Rahmen wie schon 2016 bei rund 9000 Personen bewegen.

Per Januar kommenden Jahres tritt Martina Baldinger die Nachfolge der abtretenden Christiane Creutzburg an. Die freischaffende Künstlerin wird jeweils neu den Offenen Treff am Freitag leiten und ist als Quartierbewohnerin und Freiwilligeneinsätze mit dem Cultibo vertraut. (yas)