Olten
Cultibo ist ein für alle offenstehender Treffpunkt und Heimat

Im Frühling 2014 endet der erste dreijährige Leistungsvertrag des Begegnungszentrums Cultibo mit der Stadt Olten. Ein ausführlicher Bilanzbericht zeigt, dass die Ziele alle erreicht wurden.

Rita Lanz
Merken
Drucken
Teilen
Ein Treffpunkt für alle, die wollen – hier abendliches Cultibo-Ambiente beim Helferfest 2013zvg

Ein Treffpunkt für alle, die wollen – hier abendliches Cultibo-Ambiente beim Helferfest 2013zvg

zvg

Das Cultibo ist als ein für alle offen stehender Treffpunkt im Quartier angenommen. Dank vieler aus Eigeninitiative entstandener Veranstaltungen wurden neue Kontakte geknüpft. Das Zentrum leiste einen wichtigen Beitrag, damit sich Menschen verschiedener Herkunft und Lebenssituationen im Quartier heimisch fühlen können, so die Verantwortlichen.

Mit Leben und Beziehungen

Dank der geglückten Verbindung von professioneller und engagierter soziokultureller Arbeit des Betriebsteams und zunehmender Eigeninitiative von Quartierbewohnenden wird in den vier Aufgabenfeldern – Förderung der Gemeinschaft sowie lokaler Initiativen, Schaffung von Netzwerken und Vernetzung der Quartierorte – bereits ein sehr guter Level erreicht. Der sehr aktive Vereinsvorstand mit Eva Lang, Irena Rybalchenko, Heinz Eng (Vizepräsident), Dinesh Jayasuriya, Yabgu Ramazan Balkaç (Vizepräsident), Jennifer Khelil, Rita Lanz, Paul Dilitz (Präsident) und Gaby Denzler kommt deshalb zum vorläufigen Schluss: Es kommen nicht alle ins Cultibo, aber es ist für alle offen, die kommen wollen.

Neu für Olten ist, dass es im Quartiertreff möglich ist, sich auch nur für eine befristete Zeit oder ein selbst gewähltes Thema zu engagieren. Dies spricht vor allem viele junge Familien und Berufstätige an. Das Cultibo ist damit eine wichtige Ergänzung zu in Vereinen geleisteter Freiwilligenarbeit, die auf längerfristige Verpflichtung ausgelegt ist. Der Treff bietet vor allem auch Raum, um mit eigenen Ideen und Schaffen erstmals vor Publikum zu treten. Es stärkt damit das persönliche Selbstbewusstsein, aber auch die Verbundenheit mit dem Wohnquartier.

Aktivitäten markant zugenommen

Ein Blick in die Aktivitätenstatistik zeigt eine markante und stete Zunahme der Veranstaltungen: Fanden im ersten Halbjahr 2011 45 Aktivitäten statt, so waren es im fünften im Oktober 2013 zu Ende gegangenen Semester bereits 100. Über 80 davon waren öffentliche Nutzungen, eine Verdreifachung seit Beginn. Dem Leitziel des Zentrums entsprechend kommen die Organisatoren der Aktivitäten immer öfters aus dem Quartier (über 20). Private oder Gruppen aus anderen Stadtteilen oder der Region Olten tragen weitere 10 Veranstaltungen. Stabil sind die von der Trägerschaft organisierten rund 20 Anlässe pro Halbjahr. Dazu kommen viele BesucherInnen mit unterschiedlichen Anliegen während der Öffnungszeiten. Anlässe, welche die Gemeinschaft oder lokale Initiativen fördern haben sich seit Beginn mehr als verdreifacht.

Ein Treffpunkt für alle, die wollen

Die Besucherstatistik des letzten Halbjahres zeigt, dass das Haus ein von allen Bevölkerungsgruppen angenommener Treffpunkt ist: 1770 Personen nahmen an über 80 Veranstaltungen teil. Nebst zwei Grossanlässen – dem Cultibo-Fest mit 600 und der Malima-Ausstellung mit 300 BesucherInnen mit je einem bunt gemischten Publikum – gab es viele mittlere und kleine Anlässe. Erfreulich ist, dass sich sowohl Personen mit Schweizer wie auch Menschen mit fremdländischen Kulturhintergrund gemeinsam engagieren – und dann auch ein vielfältiges Publikum anziehen.

Es finden sich Menschen mit ganz unterschiedlicher Herkunft, Alter und Lebenssituation zusammen: Familien, Senioren, Alleinstehende, Kinder. Dies kommt auch im neu gestalteten Informationsflyer zur Geltung. SchweizerInnen sind nicht nur an 80 Prozent der Anlässe anwesend. In letzter Zeit haben auch Anlässe zu Schweizer Traditionen zugenommen. Konstant sind 20 private Vermietungen für Feiern, Sitzungen und Workshops. Eine der Stärken des Cultibo ist es, dass es nicht von einzelnen Gruppen oder Ethnien vereinnahmt wird, sondern eine breite Vielfalt vorhanden ist.

Gut vernetzt im Quartier

Innert zweieinhalb Jahren hat sich das Cultibo mit allen wichtigen Akteuren im Quartier vernetzt. Dies hat einen hohen Stellenwert und sorgt dafür, dass die Aktivitäten in die Gesamtentwicklung passen. Regelmässig und eng wird mit der Ikubo, dem Volièrenverein, der Umweltfachstelle, der Fachstelle für Integration und dem Quartierverein Rechtes Aareufer zusammengearbeitet. In Migrations- und sozialen Fragen sind die Partner oft kantonale Stellen und private Hilfswerke wie Caritas oder das Rote Kreuz. Deshalb ist der Trägerverein auch besorgt darüber, dass dieses lokale Netzwerk der Freiwilligenarbeit infolge des städtischen Sparprogrammes massiv beschnitten werden könnte. Dies würde nicht ohne Folgen für das eigene Wirken bleiben.

Mittlerweile zeigen 115 engagierte Mitglieder, dass sie das Cultibo schätzen und den neunköpfigen Vorstand unterstützen. Mit 63 Einzelpersonen, 44 Familien und 8 teils im Zentrum aktiven Vereinen/Organisationen hat der Verein ein solides Fundament. Trotzdem decken die Mitgliederbeiträge, private Raumvermietungen, Einnahmen aus Anlässen und Sponsoring nur die laufenden Betriebsmittel ab. Ohne die Beiträge der Stadt an Infrastruktur und Personalkosten kann die ehrenamtliche Arbeit aller Beteiligten nicht fortgeführt werden.

Vor einer neuen Etappe

Wenn auch die fast dreijährige Aufbauphase des Zentrums als sehr erfolgreich bezeichnet werden kann, will sich niemand auf den Lorbeeren ausruhen. Das Cultibo soll als Quartiertreff noch selbstverständlicher werden und mehr Initiativen mit integrativem Charakter fördern. Bestehende Vereine sollen deshalb animiert werden, etwas im Cultibo zu machen. Zuerst muss aber der Gemeinderat grünes Licht für den Übergang in den ordentlichen Betrieb ab April 2014 geben und die beantragten Mittel sprechen.