«Das ist ein Fressen.» – Grosse Versprechungen machte Stadttheater-Intendant Herbert Schibler am späteren Mittwochabend. Vor versammelter Presse und auch Vertretern der Schulen schwärmte er vom kommenden Konzert- und Theaterprogramm in «seinem» Kulturhaus. «Ich freue mich wie ein kleines Kind auf die neue Saison», sagte er. Als anspruchsvoll, aber unterhaltend bezeichnete er die 30 kulturellen Vorstellungen, die ab 19. September im Stadttheater gezeigt werden.

Das Prädikat «ganz grosses Kino» verteilte Intendant Schibler an das Zweipersonenstück «Der letzte Vorhang» (24. Februar). Mit Suzanne von Borsody und Guntbert Warns bringt Eurostudio Landgraf zwei Top-Theaterdarsteller auf die Stadttheater-bühne. Ulrike Brambeer, Dramaturgin bei Eurostudio Landgraf, strich die schauspielerischen Fähigkeiten von Guntbert Warns heraus: «Es ist faszinierend, wie er verschiedene Grade von Betrunkenheit darstellen kann. Das habe ich noch nie derart gut gesehen.» In dem Stück geht es um das geschiedene Künstlerpaar Lies und Richard, das nach zehn Jahren der Trennung wieder aufeinandertrifft – eine hochexplosive Begegnung. «Es ist ein raffiniertes Stück, das auf verschiedenen Zeitebenen spielt und deshalb die Zuschauer enorm fordert», weckte Brambeer bei den Anwesenden die Neugier auf das Stück.

Mit nicht weniger als acht Produktionen ist Eurostudio Landgraf in der kommenden Stadttheater-Saison vertreten. Mit dem Musical «Motown – Die Legende» (21. Oktober) versucht das deutsche Tourneetheater zu zeigen, wie es hinter den Kulissen der Hitfabrik zu- und herging und mit «Frau Müller muss weg» (4. März) bringt es ein Klassenzimmer auf die Bühne. Beim Elternabend bilden und verlieren sich Allianzen. «Die Zuschauer werden sich in diesem Stück wiedererkennen, egal ob sie zur Schüler- oder Elternschaft gehören», sagt Brambeer. Ihr, eine Mutter von Kindern im Schulalter, sei es jedenfalls so ergangen.

Drei Produktionen steuert das Theater Orchester Biel Solothurn zum Programm, das am Mittwoch gelüftet wurde, bei: die Oper «Viva la Mamma!» (26. September), das Musical «Der Mann von La Mancha» (27. Februar) und das Schauspiel «Tahrir» (4. November). Katharina Rupp inszeniert das aktuelle Stück des niederländischen Dramatikers Ad de Bont, das die Geschehnisse in Ägypten mit der Figur Wilhelm Tell verbindet. «Es vermischt sich Fiktion und Realität», sagt Dramaturg Adrian Flückiger. Es eigne sich vor allem wegen des Aktualitätsbezugs für Jugendliche.

Trompeter und Streicher

Ein Reihe anderer Produktionen hat der künstlerische Beirat ins neue Programm aufgenommen, darunter die Musikshow «A Spectacular Night of Queen» (29. Januar). «Normalerweise füllt diese Show Hallen mit 2000 Besuchern», so Schibler. Ein kleines, aber feines Programm hat die Stadttheater-Crew zudem im Konzertbereich zusammengestellt «Wir bewegen uns in der kommenden Saison etwas weg vom Klavier und setzen den Schwerpunkt eher auf die Streicher und Trompeter», sagt Andreas Egli vom Beirat. So macht der virtuose Trompeter Sergej Nakariakov am 23. Oktober den Auftakt in der Konzertreihe.

Ein Weihnachtskonzert aus dem 17. Jahrhundert (18. Dezember), sowie ein Konzert vom Julia Fischer Quartett (16. Januar) konnte die Stadttheater-Crew engagieren. Die weltweit bekannte Julia Fischer wird mit ihrem eingespielten, gar verschworenen Quartett in Olten aufspielen.

Erstmals über 13 000 Besucher

Neben einem schwärmerischen Ausblick konnte Herbert Schibler vor den Medien auch einen positiven Rückblick präsentieren. Mit durchschnittlich 417 Besuchern pro Vorstellung konnte das Stadttheater einen neuen Rekord verzeichnen in der vergangenen Saison. Und: «Mit erstmals über 13 000 Besuchern konnten wir eine kleine Mauer durchbrechen.»