Olten

Corona verhindert das Freilichttheater auf Sälischlössli

Das Sälischlössli ist geschlossen, es gibt derzeit nur ein Kioskangebot.

Das Sälischlössli ist geschlossen, es gibt derzeit nur ein Kioskangebot.

Ab Ende Mai wäre zum 150-Jahr-Jubiläum des Oltner Wahrzeichens «Asicht und Ussicht» zu sehen gewesen. Ob es nächstes Jahr nachgeholt wird, ist noch offen.

«Mit den jüngsten Entscheiden und Informationen sind auch die letzten Hoffnungen verflogen: Das Freilichttheater ‹Asicht und Ussicht› zum 150-jährigen Bestehen des Sälischlössli musste für dieses Jahr definitiv abgesagt werden», wie die Veranstalter rund um Autor und Regisseur Nicolas Russi in einer Mitteilung schreiben. In der Produktion wäre nacherzählt worden, wie es zum Bau des Oltner Wahrzeichens durch Niklaus Riggenbach, dem damaligen Direktor der Eisenbahn-Hauptwerkstätte in Olten, in den Jahren 1870/71 kam. Die Premiere des Stücks war für den 29. Mai angesetzt, die Derniere für den 21. August. Insgesamt hätte es 16 Vorführungen gegeben.

Über eine Verschiebung der Aufführungen in die Herbstsaison wurde nachgedacht, sagt Russi auf Anfrage. Allerdings wurde die Idee dann trotzdem verworfen. Die Proben können wegen des weiterhin bestehenden Versammlungsverbot frühestens Mitte Juni wieder aufgenommen werden. «Selbst wenn bis zu den Sommerferien weitere Lockerungen folgen, so reicht die verbleibende Zeit nicht mehr», lässt sich Autor und Regisseur Russi in der Mitteilung zitieren.

Zwar konnten alle Szenen vor dem Notstand ein- bis zweimal geprobt werden, allerdings noch nie an den Spielorten in der Ruine sowie vor, im und auf dem Sälischlössli. Daraus haben Nicolas und Edith Russi sowie Sälischlössli-Gastgeber Jürg Mosimann, die drei Initianten des «Säli-Club – Verein Freilichttheater Sälischlössli», einhellig die Konsequenz gezogen und die Produktion vollumfänglich abgesagt.

Rund die Hälfte der Tickets war bereits verkauft

Derzeit werde beurteilt, ob dasselbe Projekt 2021 gezeigt werden soll. Wirt Jürg Mosimann und einzelne Spieler hätten dies so vorgeschlagen, sagt Russi auf Anfrage. Ob es soweit kommt, ist allerdings noch offen. «Ich hoffe, dass wir uns im Juli treffen und die Idee diskutieren können», sagt Russi. Der Nachteil wäre sicher, dass es kein Jubiläumsjahr mehr sei. Zudem sei unklar, ob die angefragten Laienschauspieler auch im nächsten Jahr noch verfügbar wären.

Bis Mitte März waren bereits 450 von 800 Tickets für die 16 Vorstellungen verkauft. Die Veranstalter werden nun in den kommenden Wochen die bereits bezahlten Eintrittskarten zurückerstatten. Auch die Sponsoren erhalten ihr Geld zurück. Der finanzielle Schaden hält sich gemäss Russi in Grenzen und umfasst ein paar Tausend Franken. «Das ist verkraftbar und könnten wir notfalls aus dem Startkapital des Vereins decken», sagt er. Ob der Verein bei Bund und Kanton Unterstützungshilfen beantragen wird, ist noch unklar.

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