Olten

Collectors spulten im ersten Jahr mehr als 16’000 Kilometer ab

Matthias Tschopp (links) und Tobias Vega in der Werkstatt, wo künftig auch die Velos für Velafrica aufbereitet werden.

Das erste Betriebsjahr des rollenden Hauslieferservice liegt hinter den Collectors; mehr als 3000 Aufträge wurden erfüllt. Jetzt folgt auch eine Kooperation mit Velafrica.

Sehr zufrieden sind sie, die beiden Co-Geschäftsführer von Collectors, Matthias Tschopp und Tobias Vega. Zufrieden mit dem Geschäftsverlauf des rollenden Hauslieferservice, den der Verein Velo-Lieferdienst Olten vor einem Jahr ins Leben gerufen hat. Collectors bietet einen Hausliefer- und Recycling-Dienst sowie Recycling-Abos für Gastronomie und Gewerbe an. Gut die Hälfte der jährlichen Auslagen erwirtschaften die radelnden Männer und Frauen bereits heute mit ihrem Dienstleistungsangebot per Velo. 16 000 km wurden zurückgelegt, mehr als 3000 Aufträge abgewickelt.

In zwei Jahren ausgeglichenes Budget

Bis in zwei Jahren will der Betrieb mit einem Budget im niedrigen sechsstelligen Bereich selbsttragend operieren können. «Es braucht sicher noch seine Zeit, bis die Kultur des Lieferservice bei den Menschen angekommen ist», so Vega. Grund zur Zuversicht gibt’s: «Die Kundschaft kann bereits aus 36 Partnergeschäften ihre Einkäufe nach Hause liefern lassen», meint Tschopp. Das Angebot gilt für Nutzer aus den Gemeinden Olten, Trimbach, Starrkirch-Wil, seit einiger Zeit auch für solche in Wangen, Dulliken, Winznau und Aarburg.
Das erste Betriebsjahr wurde von sieben Teilnehmenden der Oltech aus dem zweiten Arbeitsmarkt, drei Zivildienstleistenden und rund zehn Freiwilligen bestritten. «Dank mehreren aktuellen Unterstützungs- und Stiftungszusagen kann auf einer gesunden Basis ins zweite Betriebsjahr gestartet werden», sagt Tschopp.

Um die Auslastung der Velokuriere zu optimieren, hat sich Collectors entschieden, eine Kooperation mit Velafrica einzugehen und ein neues Standbein zu schaffen. Die Organisation sammelt in der Schweiz Fahrräder, bereitet sie funktionstüchtig auf und bringt sie in afrikanische Länder, wo die Velos gute Dienste leisten. «Wir haben bei Collectors eine eigene Velowerkstatt und bereiten die von uns gesammelten Fahrräder hier für Velafrica auf», sagt Tschopp.

Diese gehen dann gegen ein Entgelt an das Projekt, das «Mobilität mit Perspektiven» verspricht. «Wobei: Rund 10 Prozent der gesammelten Räder behalten wir für den eigenen Markt», sagt Vega. «Allerdings auch nur dann, wenn der Besitzer des Fahrrades damit einverstanden ist», präzisiert Tschopp. Ermöglicht wird dieses Projekt in erster Linie durch die arcas foundation mit Sitz in Zürich. Sie fördert (Re-)Integration in die Gesellschaft auf verschiedenen Ebenen. Alle Menschen sollen eine Chance auf Partizipation in der Gesellschaft haben. «Ohne Arcas wär’ die Zusammenarbeit mit Velafrica gar nicht möglich gewesen», betonen Tschopp und Vega unisono.

Türe öffnen für Freiwilligenarbeit

Neu lanciert Collectors auch die Möglichkeit, konsequenter Freiwilligenarbeit zu leisten. «Freiwillige sind in Werkstatt und Büro sowie auf dem Cargo-Bike willkommen», sagt Tschopp. In Kürze werden die Einsatzmöglichkeiten bei benevol Schweiz, der Dachorganisation für Freiwilligenarbeit, auf der Internetseite zu finden sein.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1