Petition

Christoph Schneider will freie Sicht aufs Usego-Gebäude: «Was bleibt mir mehr als eine Bittschrift?»

Blick frei auf das «Oltner Versailles»! Das fordert die laufende Petition von Christoph Schneider.

Blick frei auf das «Oltner Versailles»! Das fordert die laufende Petition von Christoph Schneider.

Christoph Schneider hat eine Petition lanciert: Die freie Sicht aufs Usego-Gebäude in Olten ist deren Stossrichtung.

Eine Petition – das ist eine Bittschrift, mehr nicht. Charakter: unverbindlich. «Was bleibt mir mehr als eine solche?», fragt er in den Raum. Christoph Schneider stemmt sich gegen die geplante Überbauung des Usego-Areals in Olten. «Damit man mich nicht missversteht», erklärt er dann, «ich reagiere nur auf den Umstand, dass durch das Projekt die Sicht auf das Usego-Gebäude verstellt wird.» Er meint dabei jenen Teil, der unmittelbar im Norden des traditionsreichen Hauses zu liegen käme. Nach Absicht der Investoren würden dort Gewerbe- und Büroräume situiert. Schneider findet, davon gebe es in der Stadt schon genug.

«Die Leerstände sind beachtlich», reicht er nach. Diejenigen Bauten aber, die seitlich des Usego-Traktes vorgesehen sind, stören ihn nicht. Das Usego-Haus aus den 1920er-Jahren sei mal von Stadtpräsident Martin Wey als das «Versailles von Olten» bezeichnet worden, hält Schneider pointiert fest. Und auf ein solches Gebäude sei doch der Blick freizuhalten. «Die besonderen Bauten machen schliesslich die Städte unterscheidbar», findet der Oltner. «Und diese Baute steht im öffentlichen Interesse.» Auch findet er, dass der Stadtrat durchaus ein paar Pflöcke einschlagen könnte, um gewisse Zonen einem erweiterten Schutz zu unterstellen. Dieser Schutz würde eben auch den Blick auf die Baute freihalten.

1000 Unterschriften im Visier

Zu einer Einsprache gegen das Projekt war er übrigens nicht berechtigt, wie Schneider sagt. Beim Mitwirkungsverfahren dagegen sei er dabei gewesen. Und er weiss auch, dass die einzige Einsprache gegen das Projekt nicht gutgeheissen wurde. Also setzt der Informatiker kurzerhand auf seine Petition. «Freie Sicht auf das schützenswerte Usego-Areal!» nennt sie sich und wurde am 25. September gestartet. «Natürlich weiss ich, dass eine Petition unverbindlichen Charakter hat», sagt der Mann. Aber es gehe eben auch darum, die Leute ein bisschen wachzurütteln. «Manchmal denke ich, vielen ist so vieles egal.»

Das durchaus ambitionierte Ziel von 1000 Unterschriften bis im November hat sich der Mann selbst gesteckt. «Natürlich ist das Ziel ein ambitioniertes», räumt er ein. «Aber es wäre natürlich schön, im Spätherbst die Petition an Stadtrat und Gemeindeparlament überreichen zu können.» An diese Instanzen richtet sich die Bittschrift nämlich. Aber fernab dieser optimistischen Zielsetzung gibt sich Schneider schon zufrieden, wenn er 200 bis 300 Unterschriften zusammenbringt. Bislang sind rund 50 eingegangen. Gut 30 aus der Stadt selbst, die andern aus dem städtischen Einzugsgebiet.

Werbung für sein Unterfangen macht Schneider übrigens vor allem auf Facebook. «Ein guter Kanal», wie er sagt. Die angestrebten 1000 Unterschriften sind zwar in weiter Ferne. Aber die Sammlung dauert doch noch sieben Wochen.

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urs huber

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