Kapuzinerbischof

Christlicher Botschafter in der arabischen Welt

Bischof Paul Hinder.

Bischof Paul Hinder.

Der Kapuzinerbischof Paul Hinder lebt und wirkt seit bald 15 Jahren in der katholischen Kirche in den arabischen Staaten. In der vergangenen Woche besuchte Bischof Hinder das Kapuzinerkloster Olten.

Als Paul Hinder als Bischof in den arabischen Staaten sein Amt antrat, war sein Bistum das grösste auf der Welt. Es umfasste alle arabischen Staaten. Heute ist es in zwei Bistümer aufgeteilt.

Zu Besuch in Olten

In der vergangenen Woche weilte Bischof Hinder im Kapuzinerkloster Olten. Die Kolpingsfamilie Olten und die katholische Kirche Olten luden ihn zu einem Informationsabend in den Josefsaal der Martinskirche ein. Zuerst informierte er die ca. 80 Personen über die Situation der katholischen Kirche in den einzelnen arabischen Staaten. Diese ist jeweils sehr verschieden, aber eines ist in allen Staaten gemeinsam: Die Christen sind Fremde.

Sie sind als Fremdarbeiter aus verschiedenen Kulturen und Staaten in den arabischen Raum gekommen. So ist auch in der katholischen Kirche Arabiens diese Vielheit in der Sprache, den Riten und den Kulturen zu Hause. Staatsreligion in allen Ländern ist der Islam und alle Einheimischen und Bürger sind Muslime. Die Kirche wird mehr oder weniger toleriert. In dem ihr zugewiesenen Ort kann sie frei wirken und ihre Gottesdienste feiern. So finden jeden Freitag, Samstag und Sonntag Gottesdienste in den verschiedenen Sprachen und Riten statt, bei denen sehr viele Christen teilnehmen. Die Kirche ist für diese Menschen ein Stück Heimat, in der sie sich geborgen fühlen und andere Menschen treffen können. Bischof Paul Hinder hat deutlich gemacht, dass sich in den arabischen Staaten eine lebendige Kirche aus Christen verschiedenster Kulturen und Kontinenten gebildet hat, die zusammen eine Art Weltkirche bedeutet.

Multikulturelle Gesellschaft

Der Kapuzinerorden hat die Seelsorge in der Kirche dieser Region übernommen. Wie die Christen aus verschiedenen Ländern kommen, so stammen auch die Priester und Ordensschwestern aus diesen Ländern, damit sie den Menschen in ihren kulturellen Bedürfnissen begegnen können. Die Kirche ist jedoch auch auf die Mitarbeit vieler Freiwilliger insbesondere in der Katechese und bei verschiedenen Anlässen angewiesen, denn die einzelnen Pfarreien umfassen nicht nur mehrere 10'000 Menschen, sondern auch ein sehr grosses Gebiet. Dazu führt die Kirche in den Golfstaaten auch Schulen, die vom Staat sehr streng geprüft werden.

Bischof Paul Hinder konnte den anwesenden Personen sehr gut vermitteln, wie eine solch multikulturelle Kirche in einem muslimischen Umfeld ein christliches Leben unterstützen und fördern kann, ohne dass sie missioniert. Das Gemeinschaftserlebnis und die religiöse Feier werden in solchen Situationen für die Menschen sehr wichtig. Er hat aber auch aufgezeigt, wie die Kirche einzelnen Personen helfen kann, wenn sie in schwierige Situationen geraten sind. Der grosse Applaus hat gezeigt, dass die Zuhörenden einen bereichernden Abend erlebt haben. Bischof Paul Hinder hat sich mit dem Segen von uns verabschiedet. Die Kolpingsfamilie Olten darf ihm neben dem Honorar noch die Kollekte, die sie am Schluss des Abends gesammelt hat, übergeben und dankt damit Bischof Paul Hinder für den wertvollen Abend im Namen der Spendenden.

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