«Durch Weisheit wird ein Haus gebaut; durch Verstand erhalten.» Der Spruch Salomos prangt derzeit am Bauvlies, welches die Südfassade der Oltner Stadtkirche verhüllt. Worte wohl, aber mit fehlender Durchschlagskraft. Jedenfalls votierte an der gestrigen Sitzung eine deutliche Mehrheit im Parlament gegen den stadträtlichen Antrag, die Einwohnergemeinde Olten möge sich mit 500'000 Franken an den Sanierungskosten der Stadtkirche beteiligen.

Deren Besitzerin, die Christkatholische Kirchgemeinde Region Olten, ist derzeit daran, dass Gotteshaus für rund 6,5 Mio. Franken innen wie aussen einer umfassenden Sanierung zu unterziehen und hatte um einen Sanierungsbetrag gebeten. Der Stadtrat hatte seinen Antrag damit begründet, es gelte, die Stadtkirche als Wahrzeichen zu erhalten und ihr mit der Renovation «wieder neuen Glanz zu verleihen».

Skepsis überwog

Ein gewisses Verständnis für den Antrag war schon da. Man nannte die Stadtkirche «Wahrzeichen» und sah «die Stadt in der Verantwortung». Aber die Voten verrieten generell doch: Hier herrscht Skepsis vor. Die FDP mit Urs Knapp meldete grundsätzliche Bedenken an und wollte auf das Geschäft gar nicht eintreten. Es gelte neu zu verhandeln. Ähnlich tönte die SVP. Die Vereinbarung, zwingender Bestandteil der Subventionszahlung, sei von der Kirchgemeinde bestritten. «Da fehlt einfach die Grundlage», konstatierte Werner.

Die SP mochte zwar aufs Geschäft eintreten, plädierte aber gleichzeitig auf Rückweisung. Ein Weg, der sich später als der gewählte herausstellen sollte. Mit 43 zu 4 Stimmen (0 Enthaltungen) wurde das Geschäft auf Antrag der Grünen zurückgewiesen. Unbehagen brachten alle Parteien zum Ausdruck: der präjudizierende Charakter des Geschäfts, die dünne Faktenbasis, mit den Christkatholiken eine wenig transparente Bittstellerin, deren spät eingereichtes Bittstellerschreiben. «Was ist mit unserem Geld, wenn die Bauherrin ihr Vorhaben nicht durchziehen kann?», fragten etwa die Grünen.

Grundsätzlich wurde auch das Finanzierungsmodell der Bauherrschaft infrage gestellt. «Wie kann man mit dem Bau beginnen, wenn das Geld noch gar nicht beisammen ist?», eine weitere Frage und schliesslich die logische Schlussfolgerung daraus: «Vielleicht brauchts den Beitrag der Stadt gar nicht.» Kritisch wurde auch angemerkt, man könne das Geld durchaus auch selber brauchen. Die Stadt sei nicht auf Rosen gebettet.

Wie weiter?

Zwar bezeichnete Stadtpräsident Martin Wey das Geschäft als ausgereift; er blieb aber allein mit dieser Haltung. Allerdings vermochte ihm das Parlament auch keine Richtschnur für einen erneuten Antrag mitzugeben. Das Unbehagen steckte zu tief in den Köpfen des Parlaments, als dass ihm diese einen gehbaren Weg hätten aufzuzeigen vermocht.