Ueli Trautweiler scheint keiner zu sein, der viele Wort verliert. Schon gar nicht über sich selbst. Der kräftige Musiklehrer und Konrektor an der Kanti Olten wirkt mehr wie der Macher, der beharrlich eine Idee verfolgt. Anders lässt sich auch sein ausdauerndes Engagement im und für den Musical Chor nicht erklären.

Inspiriert von einem Musikerfreund, gründete Trautweiler 1991 den Musical Chor. Als Angebot an seine Klasse: Man könnte doch Pop-, Rock-, Jazz-, Musicalsongs singen. Mal etwas anderes als klassische Musik. Das kam bei seinen Schülern an.

Er übte mit ihnen ein Chorrepertoire ein, über die Genres hinweg. Wenn er das Gefühl hatte, der Chor sei so weit, wurde ein komplettes Musical einstudiert. In bester Erinnerung geblieben ist ihm «Grease», 1996: «Das fand einen wahnsinnigen Widerhall in der ganzen Region.» Oder «Hairspray», 2011: «Da hat alles geklappt.» Mit «Blubb» führten sie 1999 ein eigens für den Chor komponiertes Musical auf. Neben weiteren Produktionen. Rund zwei Jahre beanspruchte ein Musical von der Idee bis zur Umsetzung. Die eigentlichen Proben mit den Schülern dauerten ein Jahr.

Das Gesamterlebnis zählt

Daneben trat der mietbare Chor etwa einmal im Monat auf. Meistens in der Region. Aber auch mal in Barcelona an einem Herzchirurgen-Kongress oder im Palace Hotel in St. Moritz. «Ziemlich eindrücklich» sei das gewesen, sagt er.

Seine Schüler schätzten diese vielfältige Freizeitbeschäftigung. Viele von ihnen hätten bis zu sechs Jahren im Chor mitgewirkt. Von Ehemaligen hört Trautweiler immer wieder, dass der Chor für sie in der Schulzeit eine grosse Rolle gespielt habe. «Jugendliche, die was fordern –, das rettet einen über die Routine hinweg», sagt er.

Neuer Chor, ohne Musicals

Trautweiler reiht im Gespräch Highlight an Highlight. Fragt man ihn aber, was ihn in diesen 25 Jahren besonders beeindruckte, findet er auf Anhieb keine Worte. Nicht, weil es da nichts Bemerkenswertes gegeben hat. Aber er scheint sich der Sache verschrieben zu haben, das Gesamterlebnis zählt. Schliesslich kristallisiert sich doch eine Antwort heraus: «Das Gemeinschaftsgefühl war immer das Wichtigste. Das nehme ich mit.» Den Chor wird er übrigens nicht aufgeben. Im nächsten Schuljahr wird es ihn in neuer Form geben: «Einfach ohne Musicals», sagt Trautweiler. Er leite ihn neu mit einem Kollegen zusammen und in kleinerer Zusammensetzung.

Worauf er stolz sei? «Wir haben es geschafft, 25 Jahre lang einen guten bis sehr guten Job abzuliefern.» Das wird er wohl auch weiterhin tun.