Es gibt Lokalstimmen, die sagen: «Nach der Oltner Chilbi ist der Sommer vorbei.» Mag sein. Vielleicht galt darum dem Sonntag noch einmal die ganze Aufmerksamkeit. Noch einmal Schaukeln im Sommer, auch wenn der Montag noch allerletzte Gelegenheit dazu bietet.

Der Sonntagstart verlief zwar eher verhalten und selbst wer einen Kinderwagen vor sich her schob, fand angenehm Platz. Das änderte sich dann ab 15 Uhr merklich. Auch der Zulauf zu den Bahnen steigerte sich markant. Erfreulich ruhig bliebs dagegen beim vor der Stadtkirche postierten Samariterzelt, wo bis Sonntag gegen 14 Uhr lediglich kleine Verletzungen oder etwa Kopfschmerzen zu behandeln waren.

Mit einer Ausnahme: Am Samstagabend musste ein Chilbibesucher nach einem Sturz ins Spital eingeliefert werden, da eine Hirnerschütterung befürchtet werden musste. Allerdings sei die Person mittlerweile wieder aus dem Spital entlassen worden, wie auf dem Posten zu erfahren war. Im Hintergrund agierte auch das Chilbitaxi, welches recht gut frequentiert war und kurz nach Mitternacht am Sonntagmorgen mehr als ein halbes Dutzend zurückgelegte Fahrten bilanzierte.

«Möget ihr no?»

Was ein Platzsprecher alles auszurichten vermag, nämlich die Chilbigäste auch noch sprachlich zu unterhalten, das bewies jene prägnante Zürritüütsch-Stimme, die sich mal spottend mal gleichmütig über die Verrenkungen und Faxen der Fahrgäste im Tagada-Schüttel- und Rüttelbecher ausliess. «Möget ihr no?» gellte es aus dem Überwachungshäuschen; aber von den Fahrgästen war kein Laut zu vernehmen, waren die doch alle damit beschäftigt, sich einigermassen auf dem Sitz zu halten oder sich der Angebeteten möglichst «ungewollt» zu nähern.

Und wenn sich ein selbst ernannter Heroe mal auf die freie Stehfläche des «Schüttelbechers» wagte, so gab der Mann an den Schalthebeln einfach Mal Gas – und schon war der Held fortgespült. Für Spott aus der Kommandozentrale brauchte der nicht zu sorgen. Via Lautsprecher bekam der sein Fett weg, sehr zum Gaudi der Spektakelbeobachter.

Von 4 bis 100 Jahre

Wohin man auch blickte: Es gab das Vereinigende unter den Generationen. Zutritt für vier- bis hundertjährige galt bei der Time Machine, deren Spassfaktor nur zu erahnen war, spielen sich die Geheimnisse doch im Innern des futuristisch anmutenden Gefährts ab. Die Gesichter der Aussteigenden verhiessen jedenfalls Spass.

Noch am Montag gastiert die Chilbi in der Dreitannenstadt, noch einmal lässt sich der Sommer, will man dem Volksmund entgegenhalten, hinauszögern. Na dann: Wer noch Kleingeld im Sack hat, dem stehen die Tore offen. Und wem es daran gebricht, der öffne die Augen und Ohren. Um eine Linie «Chilbiatmosphäre» reinziehen zu können, muss sich nämlich nicht unbedingt die Gesässtasche über dem Geldsäckel wölben. Es reicht häufig schon, wenn die Sinne nicht zu Hause auf dem Küchentisch liegen geblieben sind. Und herzhaftes Plaudern kostet ja sowieso nichts.