Die Chilbi 2013 geht gleich mehrfach als eine ruhige in die Annalen ein. Zum einen darum, weil sie von den Ordnungskräften der Polizei als «ausgesprochen friedlich» bezeichnet wird, zum andern weil Oltens oberster Chilbichef, Andreas Minder, die Ausgabe so umschreibt: «Also, es hat sicher schon bessere gegeben, aber ich bin sehr zufrieden.»

Ein sehr guter Samstag

Mehr als zufrieden war der Chilbichef mit dem Gästeaufkommen am Samstag, dem Eröffnungstag. «Ich geh mal davon aus, dass wir an die 60 000 Besucher zählten», sagt Minder. Sonntag und Montag dagegen schätzt er als etwas schwächer besucht ein im Vergleich zu den vergangenen Jahren.

Bewährt hat sich nach seiner Ansicht die verlängerte Öffnungszeit am Samstag. «Auch aus Sicherheitsgründen», wie er sagt. Wenn die Chilbi nämlich auf «einen Chlapf» schliesse und noch viele Leute unterwegs seien, dann berge dass speziell unter Jugendlichen ein eher höheres Konfliktpotenzial in sich. Wenn sie dagegen so nach und nach schliesse, viele Schausteller schöpfen die verlängerte Öffnungszeit nämlich nicht aus, komme das Ende der Veranstaltung in «einem kontinuierlichen Prozess», wie Minder dies nennt. Das wirke harmonischer und weniger aufgeregt.

Präventiv gewirkt

Die präventiv eingesetzten Polizeipatrouillen mussten denn auch fast nie intervenieren. Zwei Sachbeschädigungen an Motorfahrzeugen (Kratzer) und ein geringfügiger Diebstahl aus einem Gastrozelt vermeldet das Polizeijournal. Weiter konnten zwei Kinder wieder der elterlichen Obhut übergeben werden, nachdem die Kinder ausgerissen waren und ihre Eltern nicht mehr fanden. Mit insgesamt 38 Fällen wurden die Samariter konfrontiert.

Auffällig waren die häufig zu behandelnden Insektenstiche, wobei ein Patient vorsorglich in Spitalpflege verbracht wurde. Grund: Allergieschub. Eine zweite Person musste mit Verdacht auf Hirnerschütterung eingewiesen werden (wir berichteten). Auch wenn er erst skeptisch gewesen ist, so sagt er heute: «Die Präsenz der Samariter hat mich überzeugt.»

Im Rahmen der Vorjahre

Wie Minder weiss, zeigen sich Beizer, Budenbesitzer und Schausteller mit der Ausgabe 2013 zufrieden. «Die Umsätze bewegen sich bei vielen im Rahmen der Vorjahre.» Was durchaus für die hiesige Chilbi spricht, denn bereits hat er die ersten Bewerbungen für die Ausgabe 2014 auf seinem Pult liegen. Nicht etwa, dass es ein Leichtes wäre, an der Stadtchilbi einen Platz zu ergattern.

Oltens oberster Chilbichef ist sich nämlich nicht zu schade, mal einen Schausteller auf die wenig gepflegte Infrastruktur hinzuweisen und einen nächsten Auftritt von Veränderungen im «Outfit» abhängig zu machen. Der Chilbichef nickt. Gilt für die Chilbi nicht auch was für den Sport gilt, wo es heisst: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Minder nickt abermals. Das heisst so viel wie: Nach der Chilbi ist vor der Chilbi.