Kappel

Chappeler Chilbi wegen Corona abgesagt – Vereine wollen Gesundheit «nicht aufs Spiel setzen»

Die Chappeler Chilbi findet dieses Jahr wegen Corona nicht statt (Archivbild).

Die Chappeler Chilbi findet dieses Jahr wegen Corona nicht statt (Archivbild).

Wegen Corona haben die Vereine zusammen mit dem Gemeinderat entschieden, die Chappeler Chilbi abzusagen. Kein Verein wolle die Gesundheit der Einwohnerinnen und Einwohner und die zögerliche Erholung der Wirtschaft aufs Spiel setzen, heisst es in einer Mitteilung.

Sie gehört nach der Oltner Chilbi zur zweitgrössten ihrer Art in der Region: die Chappeler Chilbi. Bis zu 10'000 Leute vergnügen sich jeweils am ersten Wochenende im September auf der Dorfstrasse in einem Beizli oder auf dem Lunapark. Die diesjährige Chilbi am 5./6. September findet wegen Corona nun aber nicht statt: Dies haben das Chilbi-OK, die rund 20 teilnehmenden Vereine und eine Vertretung des Gemeinderates an einer gemeinsamen Sitzung vom 9. Juni "schweren Herzens" entschieden, wie es in einer Mitteilung der Gemeinde Kappel heisst. "Kein Verein will die Gesundheit der Einwohnerinnen und Einwohner und die zögerliche Erholung der Wirtschaft aufs Spiel setzen", heisst es in der Mitteilung weiter, die Gemeindepräsident Rainer Schmidlin gezeichnet hat. Zudem sei "die Durchführung der Chilbi mit dem aktuell benötigten Schutzkonzept keine Chappeler Chilbi mehr". Die nächste Chilbi findet nun am 4./5. September 2021 statt.

"Die Abstimmung an der Sitzung war eindeutig", sagt der Presseverantwortliche Reto Baumgartner der Chappeler Chilbi auf Anfrage. Sogar wenn der Bundesrat am 24. Juni Lockerungen nach dem Grossveranstaltungsverbot, das bis Ende August gilt, bekannt gegeben hätte, wäre ein Schutzkonzept nötig gewesen. "Eine Chilbi mit Auflagen können wir uns nicht vorstellen", sagt Baumgartner. Da Nähe bei solchen Anlässen wichtig sei, sei Abstand einzuhalten unmöglich und nicht "im Sinn und Geist einer Dorfchilbi". Zudem müssten die Vereine mit einem Schutzkonzept auch finanzielle Einbussen in Kauf nehmen, weil die Platzzahl in den Beizli reduziert würde. "Am Schluss kann man nur die Hälfte der Leute bedienen, hat aber trotzdem den gleichen Aufwand wie üblich." Und nicht zuletzt wollte das OK nicht zur Verbreitung des Virus beitragen: In vielen Ländern sei es genau an solchen Events nachher dazu gekommen, sagt Baumgartner. Daher sei auch eine Verschiebung nicht in Frage gekommen.

Für die Vereine ist die Chappeler Chilbi eine wichtige Einnahmequelle in ihrem Jahresbudget. «Jeder Verein hat dadurch natürlich eine herbe Einbusse», sagt Baumgartner. Doch wie die Rückmeldungen an der Sitzung ergeben hätten, sollte jeder Verein einen einmaligen Ausfall der Chilbi finanziell überleben. Zudem hat der Gemeinderat angeboten, dass man sich bei ihm melden kann, sollte es finanzielle Schwierigkeiten geben. «Kein Verein soll wegen des Chilbiausfalls verschwinden», sagt Baumgartner. Zudem sei es den Vereinen freigestellt, eigene Veranstaltungen durchzuführen, um einen Teil der nun fehlenden Einnahmen zu reinzuholen.

Impressionen der Chappeler Chilbi 2019:

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