Auf den ersten Blick scheint alles wie beim Grossverteiler: helle Räume, volle Regale, Werbebanner, die in leiser Zugluft von der Decke baumeln. «Caritas Markt – günstig und gut» steht da zu lesen. Erst der zweite Blick verrät: Hier ist alles verbilligt, sehr verbilligt sogar.

Ein Sixpack Cola für viereinhalb Franken etwa. «Wir sind immer bemüht, unseren Kunden ein möglichst breites und frisches Angebot des täglichen Bedarfs anbieten zu können», sagt Regula Kuhn, Geschäftsführerin Caritas Solothurn. Dafür sorgt die Hilfswerk eigene Genossenschaft und mit ihr die Grossverteiler sowie Geldspender.

Dass am Freitagabend im Caritas Markt eine Musikgruppe für Stimmung sorgte, hatte nichts mit einem übermässigen Gewinn oder gar einem Lottosechser zu tun; nein. Grund dafür war die feierliche Eröffnung des Ende September in Betrieb genommenen Verkaufsladens an der Aarauerstrasse. Worte brauchte es dazu nicht viele. Es gehört nämlich zum Schicksal karitativer Organisationen, dass diese nicht von grossen Gewinnen, sondern von der baren Notwendigkeit ihrer Einrichtung berichten (müssen).

Das war auch in Olten nicht anders. Die Sozialregion Olten weist denn auch die höchste Sozialhilfequote im Kanton auf und gerade auch für diese Menschen sorgt das Angebot im Caritas Markt für ein bisschen Luft im arg strapazierten Geldbeutel, wie Caritas Solothurn Präsident Toni Galliker und Regula Kuhn betonten. Wen wunderts da, dass der Laden – wie betont wurde – «sehr gut läuft».

Ladenleiterin Manuela Robert gab bei der kleinen Feier Zitate aus einer aktuellen Kundenumfrage bekannt. Darin kam die Dankbarkeit der Kunden ebenso zum Ausdruck wie deren Bedürfnis nach einem grösseren Sortiment. Verständlich: «Im Caritas Markt ist der Franken viel mehr Wert als überall anderswo», so ein Kunde. Sicher für drei Jahre wird der Markt an der Aarauerstrasse 55 zu Hause sein. So lange nämlich läuft der Mietvertrag mit dem Liegenschaftsbesitzer.

Der Caritas Markt Olten führt im Übrigen auch eine Secondhand Kleider-Ecke, die für alle Interessierten zugänglich ist. Zum Warenangebot des Marktes selbst haben ausschliesslich Armutsbetroffene Zugang.