Wangen bei Olten

Bürgerliche verlangen Zusatzschlaufe – «Ich hoffe, Vorlage wird nun nicht verwässert»

Gemeindekanzlei Wangen bei Olten

Gemeindekanzlei Wangen bei Olten

Der Gemeinderat in Wangen bei Olten berät Energiestrategie. Der Motionär Martin Blapp mahnt zur Umsetzung.

Vergangenen Dezember haben die Wangner Stimmbürger an der Gemeindeversammlung zwei richtungsweisende Entscheide in Sachen erneuerbare Energie gefällt: Zum einen sollen ab 2030 alle öffentlichen Gebäude nicht mehr fossil beheizt werden. Zum anderen soll beim Ersatz von Heizungen eine Vollkostenrechnung über 30 Jahre erstellt werden. Damit hatte der Souverän zwei Motionen des Grünliberalen Martin Blapp für erheblich erklärt.

Am Montag hat der Gemeinderat nun ein erstes Mal über die von einer Arbeitsgruppe formulierte Energiestrategie und dem dazugehörigen Reglement beraten. Gemäss Antrag der Arbeitsgruppe sollten die Ratsmitglieder die beiden Papiere an der Sitzung bereits genehmigen. Damit war die bürgerliche Mehrheit allerdings nicht einverstanden. Der Rat nahm einen Antrag von SVP-Mitglied Christian Riesen an, die Vorlage zusätzlich bei drei Kommissionen in die Vernehmlassung zu schicken. Voraussichtlich erst an der Gemeindeversammlung im Dezember, nicht wie geplant an jener im Oktober, kann das Volk dann darüber befinden.

Arbeitsgruppenpräsident Urs Elber stellte die Unterlagen in der Folge dem Gemeinderat vor. Es sei aufgefallen, dass das, «was wir hier machen, schon überall in den Leitbildern drin steht». Der Geschäftsführer Forschungsschwerpunkt Energie am eidgenössischen Material- und Forschungsinstitut Empa machte so klar, dass es sich bei den ausgearbeiteten Bestimmungen um keine Extrempositionen handelte.

Die anschliessende Diskussion und Detailberatung drehte sich um einzelne Formulierungen und um zum Teil zu starre Vorgaben. So störte sich FDP-Gemeinderat Florian Wüthrich daran, dass gemäss Reglement bereits in neuneinhalb Jahren die 2016 ersetzte Heizung im Werkhof wieder erneuert werden müsste. «Die Lebensdauer einer Anlage sollte man länger ausreizen.» Finanzverwalter Matthias Bähler machte darauf aufmerksam, dass einzelne Anlagen aufgrund der neuen Bestimmungen ersetzt werden könnten, bevor sie buchhalterisch abgeschrieben wären. Und Riesen regte an, nicht vom Minergie-Label zu sprechen, weil die entsprechenden Zertifikate dann teuer gekauft werden müssten.

Martin Blapp, dank dessen Vorstössen die Energiestrategie und das dazugehörige Reglement ausgearbeitet wurden, ist mit der Vorlage zufrieden, die er als Mitglied der Arbeitsgruppe selbst mitgeprägt hat. «Ich hoffe, diese wird nun nicht verwässert und politischen Ränkespielen zum Opfer fallen», sagte er gestern auf Anfrage. Die Entscheide des Souveräns seien zu akzeptieren.

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