«Wir sind nicht einverstanden mit der Art und Weise, wie und wo die Regierung spart», so die Hauptbotschaft des neu gegründeten Bündnisses, das sich «Wie wir leben wollen» nennt. Auf ihrem Blog begründen die Mitglieder: «Von den Sparmassnahmen sind kleine Vereine, Institutionen und Projekte, deren Existenz durch Beitragskürzungen gefährdet ist, betroffen. Es besteht die Gefahr, dass gewachsene Strukturen und Engagements einer kurzfristigen Finanzpolitik geopfert werden.»

Hinter dem Bündnis steht eine kunterbunte Truppe. Deren harter Kern bilden Andrea Baldinger, Martina Baldinger, Gökçe Ergör, Alina Schmuziger und Cecile Weibel, die in Olten leben oder mit der Dreitannenstadt eng verbunden sind. Die fünf Frauen sind in den letzten Wochen aktiv geworden und riefen die Bevölkerung dazu auf, sich zu den geplanten Sparmassnahmen der Stadt Olten zu äussern und Allianzen zu bilden.

Am vergangenen Samstag trat das neu formierte Bündnis in der Oltner Altstadt erstmals öffentlich in Erscheinung – mit einer Standaktion. «Wir wollten den Einwohnern einen öffentlichen Raum bieten, in dem sie miteinander über die Sparmassnahmen diskutieren konnten», erklärt die 29-jährige Mitinitiantin Cecile Weibel. Der Ping-Pong-Tisch, das Essangebot und der Glühwein weckten nebst Postkarten und Transparent das Interesse der Passanten. Es kam zu spannenden Begegnungen, wie die 27-jährige Alina Schmuziger erzählt: «Schön war, dass es dabei zu einem generationenübergreifenden Austausch kam.»

Gegen 200 Karten gesammelt

Mit einer «spielerischen Petition» in Form einer eigens kreierten Karte wollen die Bündnis-Mitglieder Oltnerinnen und Oltner zum Nachdenken anregen. «Es ist immer einfach zu sagen, gegen was man ist. Wir wollen die Leute aber dazu anregen, sich darüber Gedanken zu machen, für was sie denn eigentlich sind», sagt Schmuziger. Die Idee ist, dass die Leute im weissen Feld auf der Karte aufschreiben können, was sie sich in der oder von der Stadt Olten wünschen. Gegen 200 ausgefüllte Karten kamen bei der Standaktion zusammen. «Dieser breite Zuspruch freut uns sehr», sagt Weibel. «Wir waren uns im Vorfeld nicht sicher, wie stark wir mit unserer Aktion Beachtung erhalten.»

Um ihrem Anliegen weiter Gehör und Sichtbarkeit zu verschaffen, haben die Bündnismitglieder bereits einen nächsten Event geplant: Morgen Samstag um 14 Uhr treffen sie sich auf der Kirchgasse und hoffen, dass sich viele Interessierte anschliessen. Die Initiantinnen planen, an diesem Nachmittag aus den gesammelten Karten eine Skulptur entstehen zu lassen und diese dem Stadtrat als Signalwirkung zu übergeben. «Die Skulptur soll den Anliegen und Wünschen Gestalt geben», sagt Cecile Weibel.

Wunsch nach lebendiger Stadt

Was die Bevölkerung von Olten will, steht auf den Karten. Was aber will das Bündnis im Bezug auf seine Stadt? «Wir wünschen uns eine lebendige Stadt, in der sich mehr Leute aktiv und kritisch damit auseinandersetzen, wie öffentlicher Raum gestaltet werden kann», sagt etwa Schmuziger. Die Infrastruktur sei dafür vorhanden. «Sie muss nur genutzt werden», ergänzt Weibel.