Oltner Budget
Bringt der Spardruck das Ende der Privilegien für städtische Angestellte?

Angestellte der Stadt Olten zahlen für viele Freizeitangebot der Stadt nur reduzierte Preise, oder dürfen diese gar gratis nutzen. Einigen Einwohnern stösst dies sauer auf. Die Stadt sieht jedoch keinen Handlungsbedarf.

Urs Huber
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Stimmen aus Olten monieren den Umstand, dass städtisches Personal von gewissen Privilegien profitiert; so auch etwa von vergünstigten Eintrittspreisen fürs Strandbad.

Stimmen aus Olten monieren den Umstand, dass städtisches Personal von gewissen Privilegien profitiert; so auch etwa von vergünstigten Eintrittspreisen fürs Strandbad.

Bruno Kissling

Nein, ein allfälliger Wegfall gewisser Lohnnebenleistungen sei im Zeichen der städtischen Spardebatte bisher nicht zur Diskussion gestanden, sagt Oltens Stadtschreiber Markus Dietler. Und derzeit würden diese Lohnnebenleistungen auch nicht zuoberst auf der Traktandenliste stehen.

«Es gibt keine exakten Zahlen dazu, welche Beträge der Stadtkasse im weitesten Sinne dadurch entgehen», fügt er hinzu. Der Stadtschreiber selbst schätzt die dadurch entgangenen Einnahmen denn auch als eher gering ein.

Die kulturellen Angebote würden eher wenig besucht; am häufigsten genutzt werde wohl noch das Schwimmbad. Städtische Angestellte haben für dessen Nutzung den halben Preis zu zahlen.

Anregung der Personalverbände

Lohnnebenleistungen: So nennt man in der Administrationssprache Vergünstigungen, von denen gewisse Berufsstände profitieren können. Die städtischen Angestellten profitieren von ebensolchen.

«Die Anregung dazu kam seinerzeit vonseiten der Personalverbände», sagt Dietler. Die Stadt selbst habe dem Wunsch nachgegeben, aber die Vergünstigungen aufs städtische Angebot beschränkt.

Da heisst so viel wie: neben dem halben Eintrittspreis fürs Strandbad ein ebensolcher für die Kunsteisbahn, die Gratisnutzung der Stadtbibliothek und der Museen sowie gewisse Ermässigungen bei Vorführungen im Stadttheater. Weiterreichende Zugeständnisse seien aber – entgegen der Praxis in der Privatwirtschaft – nie ins Auge gefasst worden, so Dietler weiter.

Die Privilegien der städtischen Angestellten sind mit der vom Gemeindeparlament genehmigten generellen Gebührenerhöhung im Januar in die Kritik geraten. Vor allem die erhöhten Eintrittspreise fürs Strandbad sind vielen ein Dorn im Auge.

Neu muss eine erwachsene Person für den Einzeleintritt 8 Franken (bisher 5 Fr.) bezahlen, Kinder die Hälfte. Das bislang gratis abgegebene legendäre «Badikärtli» für die städtische Schülerschaft ist der Gebührenerhöhung ebenfalls zum Opfer gefallen. Dieses kostet nun 30 Franken pro Saison.

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