Es riecht nur noch leicht nach Rauch im Thai-Restaurant Goldener Löwe Lannathai, im ehemaligen Zunfthaus zum Löwen, an der Hauptgasse 6 in der Oltner Altstadt. «Am Sonntag aber roch es viel stärker», sagte am Montag Pächter Panachai Srilopian, der den Brand, drei Stockwerke über ihm, noch verarbeiten muss.

Mitten in der Nacht auf den Sonntag wurde er vom Vermieterpaar Jenni und Jakobsen übers Telefon geweckt. Er solle kurz kontrollieren, ob im Restaurant alles in Ordnung sei. «Als ich ankam, war der Löscheinsatz schon fertig», sagt er. Das Restaurant sei aber gar nicht zugänglich gewesen. Als er schliesslich Zugang erhielt, stank der ganze Raum stark nach Rauch.

Er nimmt eine Papierserviette hervor und riecht demonstrativ daran. Sie stinkt immer noch. Diese könne man natürlich nicht mehr gebrauchen.

Immerhin: Laut Panachai halten sich die Schäden im Restaurant in Grenzen. Der Verstorbene habe er nur vom Sehen gekannt, trotzdem findet er den Vorfall sehr traurig. Nun will Panachai seiner Familie zuliebe aber nach vorne schauen: «Wichtig ist nun, dass das Restaurant, nachdem es diesen Sonntag geschlossen war, nun wieder wie gewohnt geöffnet sein kann», sagt Panachai und lächelt.

52-Jähriger schon lange eingemietet

Von aussen sieht das Haus völlig unbeschädigt aus. Im Zimmer, in dem es zum Brand kam, sind die Spuren laut dem Vermieter und Besitzer des Hauses, Dominik Jenni, stärker zu sehen. Er selbst, zum Zeitpunkt des Brandes im Ausland, ist am Montag in die Schweiz zurückgereist, um sich nun vor Ort um die Situation zu kümmern. Er habe zwar das Zimmer, das derzeit noch unter Polizeiverschluss ist, noch nicht gesehen. Trotzdem geben ihm die Berichte eine Vorstellung davon. «Ich nehme an, dass das Zimmer total ausgebrannt ist», sagt er.

Zudem sei es durch die Löschaktion überall zu Russablagerungen gekommen im dritten Stock. Weiter habe es im zweiten Stock einen leichten Wasserschaden gegeben. «Ich befürchtete aber einen grösseren Schaden», so Jenni von der Immobilienfirma Jenni+Jakobsen, die im Dachgeschoss, in der alten Hotelstruktur, rund 10 Zimmer vermietet. «Das Schlimmste aber ist eingetroffen: Eine Person ist gestorben.» Der 52-jährige Mieter sei schon seit vielen Jahren im Zimmer eingemietet gewesen. 

Das Licht ging auf einmal aus

Sehr gut reagiert habe der Nachbarzimmer-Mieter, der in der Abwesenheit des Mieters die Verantwortung der Zimmer trägt. «Ihm ist aufgefallen, dass das Licht auf einmal ausging, wie bei einem Kurzschluss. Als er sich der Zimmertür seines Nachbars näherte, merkte er, dass diese ganz warm war. Dann alarmierte er gleich die Rettungskräfte. Und dann auch mich.»

In der Nacht auf Sonntag waren beim Zimmerbrand in der Altstadt 43 Leute der Feuerwehr Olten im Einsatz. «Das ist angemessen bei einem Brand in der Altstadt, da die Übergriffsgefahr relativ hoch ist», erklärt Philipp Stierli, Oltner Feuerwehrkommandant. «Als wir rund 10 Minuten nach Alarmeingang beim Schadenplatz ankamen, stieg Rauch aus dem Dachbereich», so Stierli. Deshalb versuchte die Feuerwehr als erstes, den Brandherd zu lokalisieren. «Diese Phase ist immer am anspruchsvollsten und am brenzligsten, weil man bis dahin die Lage nur schlecht einschätzen kann.»

Währenddessen wurden laut der Kantonspolizei Solothurn zirka vier Personen aus den Nachbarsräumen evakuiert. Da es sich nicht um einen Vollbrand handelte, sondern vor allem um eine starke Rauchentwicklung, sei die ganze Evakuierung ohne Hektik verlaufen.

In der gleichen Zeit konnte die Feuerwehr mit einer Druckleitung über das Treppenhaus und einer zweiten Leitung ab der Autodrehleiter auf dem Balkon den Brand isolieren, sodass kein Übergriff stattfinden konnte. Trotzdem konnte der 52-jährige Mieter nur noch tot geborgen werden. «Bei diesem Brand ist die Tragweite besonders, da eine Person verstorben ist. Das ist nicht alltäglich», sagt der Kommandant. «Ich bin froh, dass unseren Leuten beim Einsatz nichts passiert ist und ich hoffe, dass sie den Einsatz auch gut verarbeiten werden.»

Die genauen Umstände, die zum Brand und dem Tod des 52-jährigen Mannes führten, werden laut Thalia Mosimann, Sprecherin Polizei Kanton Solothurn, untersucht und sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Neue Erkenntnisse zu der Brand- und Todesursache gebe es noch keine, eine Dritteinwirkung stehe aber nicht im Vordergrund.