Kantonsspital Olten
Blutverschmiert: Chirurg platziert problematisches Profilbild auf WhatsApp

Ein Chirurg des Kantonsspitals Olten hat auf WhatsApp ein Profilbild platziert, das ihn mit blutverschmierter Arbeitskleidung im OP zeigt. Nach einer Intervention der Spitalleitung der Solothurner Spitäler AG hat er das Profilbild entfernt.

Christian von Arx
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Blick in einen Operationssaal des Kantonsspitals Olten (Themenbild)

Blick in einen Operationssaal des Kantonsspitals Olten (Themenbild)

Bruno Kissling

Auf dem Internet-Nachrichtendienst Whatsapp hatte ein Chirurg des Kantonsspitals Olten ein Profilbild platziert, das ihn selbst im Operationssaal zeigte, in blutverschmierter Arbeitskleidung und mit einer kaum zum Arbeitsvorgang passenden Gestik. Oliver Schneider, Leiter Kommunikation der Solothurner Spitäler AG (soH), bestätigte auf Anfrage einen Bericht in der Montagausgabe des «Tages-Anzeigers».

Laut Schneider handelte es sich um ein privates Handybild. Gemäss dem Bericht im «Tages-Anzeiger» war auf dem Bild erkennbar, dass im Hintergrund eine andere Person einen Patienten operierte. Der Patient sei aber nicht sichtbar gewesen, sagte Schneider.

Mittlerweile ist das Profilbild auf Whatsapp entfernt worden. «Wir wissen nicht, wie lange es sichtbar war», erklärte Schneider gegenüber dieser Zeitung. Im Zeitungsartikel war zu lesen, das Bild sei «während Tagen» aufgeschaltet gewesen.

Ein solches Foto sei aus Gründen der Pietät und der Patientenwürde inakzeptabel, wird der soH-Kommunikationsleiter im «Tages-Anzeiger» zitiert. Gegenüber der «Nordwestschweiz» ergänzte Schneider: «Wir wollen eine positive Aussenwirkung erzielen und in der Bevölkerung Vertrauen wecken.» Die soH erwarte von ihren Mitarbeitenden, die unter anderem im Leitbild festgehaltenen Werte zu vertreten. Das kurzzeitige Whatsapp-Profilbild sei damit nicht vereinbar gewesen.

Richtlinien für Umgang

Nachdem sie letzte Woche durch die Recherchen der Zürcher Zeitung auf das Bild aufmerksam wurde, habe die Spitalleitung den Vorfall mit dem betroffenen Chirurgen besprochen. Dieser habe sich einsichtig gezeigt und das Bild entfernt. Die Frage einer allfälligen Sanktion sei noch offen. Es handle sich im Übrigen um einen Einzelfall: Andere Beispiele von unpassenden Fotos oder Äusserungen in der Öffentlichkeit seien ihm keine bekannt, so Schneider.

Schon vor diesem Fall habe die Geschäftsleitung der soH damit begonnen, einen Leitfaden mit Tipps für den Umgang mit den Social Media zu erarbeiten, teilte Schneider mit. Der Leitfaden werde im Frühherbst vorliegen.