Olten
Blumenschmuck wird immer häufiger Opfer von Vandalismus

Stadtgärtner Fridolin Fleischli klagt über zunehmenden Vandalismus und Diebstahl von Pflanzen. Den Gärtner schmerzen neben dem Verlust seiner Blumenarrangements auch die Kosten, die durch die Vorfälle verursacht werden.

Urs Huber
Merken
Drucken
Teilen
Arg zerzaust: Die mit Hängegeranien bestückte Pyramide.

Arg zerzaust: Die mit Hängegeranien bestückte Pyramide.

hub

Achtsamen Passanten dürfte auf der Nordseite der Bahnhofbrücke aufgefallen sein, dass seit gestern eine Pyramide aus Hängegeranien fehlt: Grund: In der Nacht auf Donnerstag haben Vandalen das Arrangement dermassen zerzaust und beschädigt, dass Oltens oberster Stadtgärtner Fridolin Fleischli keine andere Lösung sah, als die 1,2 Tonnen schwere und gut 160 cm hohe Pyramide in die Gärtnerei zu transportieren, um zu sehen, was sich noch machen lässt.

Diebstahl geht ins Geld

«125 Geranien gehörten einst zur Pyramide, nun fehlt fast die Hälfte.» Zudem sind viele Rispen geknickt. Das wäre nicht so tragisch. «Die kann man zurückschneiden», die würden wieder austreiben. Ganz anders siehts mit dem Ersatz aus: Ob der Stadtgärtner nochmals Geranien auftreiben kann, ist ungewiss. Im ungünstigsten Fall bleibt die Pyramide in der Gärtnerei zurück bis zur Herbstbepflanzung.

«Solche Dinge ärgern mich», sagt er dann, «aber vor allem tut es weh.» Und er meint damit den unsensiblen und zerstörerischen Umgang mit Pflanzen. Abgesehen vom ideellen Schaden geht der Vorfall aber auch ins Geld: «400 bis 500 Franken dürften es diesmal schon sein.» Von den im März angepflanzten Geranien etwa kostete jede drei Franken. Und Fleischli pflegt erst noch die kostengünstigere Praxis und kauft die Pflanzen im frühen Stadium.

Kommt immer wieder vor

Mutwillige Zerstörung von städtischem Blumenschmuck komme noch recht häufig vor, sagt Fleischli. «Besonders exponiert sind die Pflanzungen übers Wochenende.» Und er kennt auch die Orte, wo sich Blumendiebe und Vandalen nachts besonders gerne ausleben und am Allgemeingut bereichern. Blumendiebe? «Ja, ja, es kommt immer wieder vor, dass aus bestehenden Rabatten Blumen verschwinden», sagt er. Jüngstes Beispiel sei ein Vorfall auf der Römermatte. Aber auch Arrangements vor Kirchen seien kein Tabu.

Es kommt gar vor, dass Passanten die Pflanzungen in ihrer Zerstörungswut samt den Töpfen in die Aare schmeissen. Beim letzten derartigen Fall konnte die weibliche Täterschaft eruiert und der Schaden in Rechnung gestellt werden. Und? «Die Frauen haben bezahlt», sagt Fleischli. Ob es im Pyramidenfall auch so weit kommt, ist aber fraglich. Die Stadt wird später entscheiden, ob sie wegen Vandalismus Anzeige gegen unbekannt einreicht.