Gesamtlehrerkonferenz
Bildungsdirektorin Schelbert: «Bäume wachsen nicht in den Himmel»

An der Gesamtlehrerkonferenz in Olten dämpfte die neue Bildungsdirektorin Iris Schelbert die Hoffnungen auf eine rasche Erfüllung der Schulraum-Bedürfnisse.

Jürg Salvisberg
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Bruno Kissling

Einen Monat nach der Übernahme der Direktion Bildung und Sport von Martin Wey hielt Stadträtin Iris Schelbert ihre Antrittsrede vor ihresgleichen.

Doch die an der Primarschule Däniken tätige Lehrerin und Heilpädagogin trat in erster Linie als Politikerin auf und warb für Realismus bei den anstehenden Projekten. Der durch steigende Schülerzahlen knapp gewordene Schulraum im Frohheim und im Hübeli fordere zur Suche nach pragmatischen, zahlbaren Lösungen auf. «Vor den Wahlen waren sich alle Parteien einig betreffs Bau eines neuen Schulhauses. Nun braucht es Überzeugungsarbeit.»

Das Wissen dazu holte sich die Stadträtin zu Beginn ihrer dritten Amtsperiode bei Besuchen in allen Schulhäusern.

Die Einführung der subjektbezogenen Krippenfinanzierung mit Betreuungsgutscheinen per Anfang 2018 und die Neuaufgleisung der Jugendarbeit durch die Stadt mit dem Ende des Provi 8 nannte Iris Schelbert als weitere Brennpunkte ihrer Arbeit.

Trotz des auch für das in Ausarbeitung befindliche Budget 2018 geltenden Sparauftrags versprach sie, sich mit aller Kraft für gute Arbeitsbedingungen an den Schulen einzusetzen.

 Die neue Oltner Bildungsdirektorin Iris Schelbert sprach an der Gesamtlehrerkonferenz.

Die neue Oltner Bildungsdirektorin Iris Schelbert sprach an der Gesamtlehrerkonferenz.

Bruno Kissling

«Die Bäume wachsen nicht in den Himmel», sagte sie ihren Berufskolleginnen und -kollegen zugleich. Die Schule Olten habe an der externen Evaluation im Frühling bewiesen, dass nicht die Finanzen, sondern in erster Linie gescheite und motivierte Lehrpersonen mit Humor und Durchhaltewillen den Erfolg ausmachten.

Ueli Kleiner wies vor der in der Schützi versammelten städtischen Lehrerschaft auch auf weitere Schwerpunkte in seinem letzten vollen Schuljahr als Gesamtschulleiter hin. Der vor der Einführung stehende Lehrplan 21 ruft nach Weiterbildungen. Akzente setzen ebenfalls Pilotversuche zur informatischen Bildung mit Tablets und die Sprachförderung vor dem Kindergartenalter.

Kulturelle Darbietungen heimsten an der Gesamtlehrerkonferenz viel Applaus ein. Die Undercover-Band der Musikschule hatte den Anlass eröffnet, dessen umfangreichster Teil dem Duo Patti Basler und Philippe Kuhn gehörte. Deren erstes abendfüllendes Programm «Frontalunterricht» erzählt von einer Schweizer Schulstube von den 1980ern bis heute.

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