Die Bilder sind inspiriert von der Fotokunst, den Medien, flimmernden Fernsehbildern, von Dingen, die unser Leben heute völlig in Beschlag nehmen. Es ist dies eine Fotokunst der besonderen Art, mit subtilen Elementen spielend. Auf den grösseren Bildern in der Cafeteria entdeckt man eine liegende Frau, mit offenem Mund, roten Lippen, einer roten Bluse, fragmentartig angeordnet, von fesselnder Aussagekraft. Was der Künstler entdeckt in Filmen, auf Fotografien, auf Bildern, fängt er strichartig ein, und dann beginnt für ihn das malerische Element, das verändert, verzaubert, betont, provoziert und mit dem Auge des Betrachters spielt. Die Malerei ist Fotografie und umgekehrt, die beiden betrachtenden Elemente fliessen ineinander, und wie dies Peter Killer in seiner Vernissagerede ausführte, haben schon frühere Künstler solche Kombinationen realisiert, unter anderen Voraussetzungen, aber ebenso gefesselt von der Bildaussage, die durch die Malerei eine Vertiefung, aber auch Veränderung, ein zweites Leben erfährt, so als hauchte man einer toten Masse Leben ein, um das Bild zu beseelen.

Feine Spiegelungen

Viele Bilder, vor allem die in den Korridoren, bestechen durch feine Spiegelungen, die den Bildinhalt verzaubern, aber auch Verwischtes, nicht Fassbares erahnbar lassen. Einmalig sind die Übergänge, das Dunkle, das Helle, feine Schatten und kleine Einzelheiten, die den Bildraum beleben. Sie erzählen Geschichten von einer Frau, die allein durch eine Passage geht. Sie eilt, man denkt an eine Krimisituation und hofft, dass sie es ans Ende, ins Licht zu den Menschen schafft. Viele solche Begebenheiten entdeckt man, in denen das zu Erwartende ebenso wichtig wird wie das sich wirklich Ereignende. Es ist eine faszinierende Mischung von Befindlichkeiten, die nur ein Künstler kreieren kann, der mit seiner Materie, mit dem Bild, mit der Fotografie, mit dem Film so tief verwachsen ist, dass alles hinein fliesst und sich daraus heraus etwas gänzlich Neues entwickelt.

Schnelllebige Bilder

Dieser Fotorealismus, wenn man ihn so nennen will, hat es in sich. Er erzählt von Menschen der Moderne, die durch schnelllebige Bilder beeinflusst werden, aber ebenso rasch wieder vergessen. Nur der Künstler kann ermessen, wie viel Freiheit und Besessenheit in dieser Malerei liegt. Fotografisches, reell aufgenommen, aber zugleich durch das malerische Element wieder verfremdet, spielt mit dem Auge. Man durchwandert Bilder, die auf eine besondere Art auch menschliche Hintergründe beleuchten. Diese Kunst ist so faszinierend, weil sie veränderbar und in sich nie abgeschlossen ist. Zudem besitzt dieser Künstler nicht nur malerisches Talent, sondern auch Schönheitssinn und Sensibilität für Einzelheiten. Zur Vernissage spielte die Gruppe Duo Pork Pie Hat, mit den Gitarristen Jonas Lüscher und Mike Fischer aus Zofingen, Talente, die begeisterten.

Die Ausstellung dauert bis 11. April 2015